Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
1182
Einzelbild herunterladen
 

selbst an die Spitze der Batterien und führte sie unter einem mörderischen Feuerauf jene Puncto, von welchen aus sie mit bestem Erfolge auf den Feind wirkenkonnten.

Inder Schlacht bei Leipzig war es dem Feldartillcric-Director Feldmar-schall-Lieutenant Rcisner bei aller Thätigkcit unmöglich, die Placirung derBatterien auf einem so ausgedehnten Schlachtfeldo allein zu leiten. Langenauerbot sieh auch hier freiwillig zu seiner Unterstützung und übernahm die Placi-rung der Geschütze für die Colonnc des Centrums und des linken Flügels. Mehr-mals schon hatte man vergeblich versucht durch Aufstellung einzelner Batteriendie Wirksamkeit des feindlichen Feuers zu vermindern. Es entstand dadurch fürdie österreichische Artillerie die nachtheilige Folge, dass sie einen grossen Tlicilihrer Mannschaft verlor und sehr viele ihrer Geschütze demontirt wurden. GeneralLangenau vereinigte sie nun aus freiem Entschlüsse zu 3 und 4 Batterien auf zweiPunctcn, stellte dieselben unter dem heftigsten Feuer des Feindes auf der wirksam-sten Schusslinie auf und dirigirto ihr Feuer in einer Weise, dass die Geschütze desFeindes auf dem linken Flügel zum entscheidenden Vortheile der kaiserlichenTruppen fast gänzlich zum Schweigen gebracht wurden.

Am zweiten Tage der Schlacht (18. October) begab sich Langenau eineStunde vor Anbruch des Tages aus eigenem Antriebe zu den Vorposten, um beianbrechender Morgenrötlie die feindliche Stellung zurecognoscircn. DicfranzüsischcArmee hatte sich aus der Position von Wachau vollkommen zurückgezogen, ohnedass dieser Umstand von den österreichischen Vorposten auf irgend eine Weisebemerkt worden wäre. Langenau eilte ungesäumt, die bezügliche Meldung zumachen, zum Fcldzcugmeistcr Grafen Colloredo und Feldmarschall-LieutenantGrafen Hardegg, der die Avantgarde dos Erstcrcn commandirto, veranlasste siezur Verfolgung des Feindes und eröffnete dadurch, ohne irgend einen Auftragoder Befehl hiezu erhalten zu haben, den wichtigsten Moment der Schacht zumentscheidenden Vortheile der Armee um ein und eine halbe Stunde früher, als esohne sein Zuthun geschehen wäre.

In dem Gefechte vor Ilochheim (9. November) ordnete der Commandirendedie Verwendung von 13 Batterien gegen eine verschanzte Position des Feindes an,um den Sturm auf dieselbe zu ermöglichen. Langenau übernahm abermals frei-willig die Leitung dieser Batterien, und es gelang ihm durch die nahe und con-centrirto Placirung der Geschütze das feindliche Feuer so vollkommen zumSchweigen zu bringen, dass die kaiserliche Infanterie beim Sturme nur einigeKanonenschüsse mehr auszuhalten hatte. Vor Ilochheim trafen die Colonnen des3. und 4. Armeecorps fast gleichzeitig von zwei verschiedenen Puncten ein, sodass ohne richtige Führung beim Eindringen in die Stadt selbst ihr Zusammenstossund eine unheilvolle Unordnung fast unvermeidlich schien. Abermals war esder umsichtige General, welcher aus freiem Antriebe vom Pferde stieg, sich zu