nc9
SACKEN, Fabian G1 i e b, Fürst von der 0 ston-, kaiserlich russischer Feldmarschall.stammte aus einer kurländischen adeligen Familie und war im Jahre 1752 geboren. Seine erstenFeldzüge machte er unter Suworo w gegen die Türken mit und zeichnete sich bei dem Sturme aufIsmacl aus. 1799 focht er als Generalmajor unter Korsakow in der Schweiz, im Jahre 1812in Volhynien gegen die Österreicher und Sachsen und im Jahre 1S13 bei der schlesischen Armeeunter Blücher. In der Schlacht an der Katzbach befehligte Sacken den rechten Flügel derverbündeten Russen und Preussen und hatte an der glücklichen Entscheidung grossen Antlieil.Gleich ausgezeichnet benahm er sich auch bei Leipzig und vorzüglich bei Brienno (1. Fe-bruar 1814), wo er durch einen kühnen, mit persönlicher Tapferkeit ausgeführten Angriff denSchlüssel der feindlichen Position, den Ort Rothiere, trotz. der Überlegenheit eroberte und denFeind allenthalben zurückdrängte. Seine Majestät Kaiser Franz belohnte diese Waffentliatdurch Ilandbillct aus Bar sur Aube vom 4. Februar desselben Jahres mit dem Commandcur-kreuze.
Nach der Einnahme von Paris wurde Sacken Kriegsgouverneur der französischen Haupt-stadt, in welcher Anstellung er sich nicht nur die Zufriedenheit seines Monarchen, sondern auchdie Zuneigung der Pariser erwarb. Er erhielt bei seiner Abreise von der Stadt Paris einen reichmit Brillanten verzierten Degen, welcher jetzt im Zeughause zu Moskau aufbewahrt wird.Ludwig XVIII. schenkte ihm sein Portrait und die Pariser Nationalgarde einen goldenen Degenzur Anerkennung der von ihm so väterlich geleiteten - Verwaltung der Hauptstadt. Nach abge-schlossenem Frieden erhielt Sacken den Oberbefehl über die erste Armee, mit dem Haupt-quartiere in Wilna, 1S2G die Fcldmarschall- und im Jahre 1S32 die Fürstenwürde. Er starb zuKiew am 19. April 1837. Kaiser Nikolaus ordnete eine dreitägige Trauer bei der Armee an,um das Andenken des Mannes zu ehren, der 70 Jahre lang Russland mit allen Kräften seinesGeistes und Körpers gedient hatte.
Mauhoy von M c v v i 11 c, Franz Freiherr, Feldmarsehall - Lieutenant,Inhaber des 23. Infanterie-Regiments, entstammte einer adeligen niederländischenFamilie und zwar zu Löwen 1759 geboren. Bei dem Rcgimcnte GemmingenNr. 21 erhielt er im 16. Lebensjahre eine Fähnriehstelle und avancirtc im Türken-kriege zum Capitän - Lieutenant. Im Jänner 1794 erhielt er, zum wirklichenIlauptmann befördert, eine Grenadier-Compagnie und stand bei der Armee inDeutschland. Mcrvillc war ein höchst ausgezeichneter Krieger und umsichtigerFührer seiner Truppe. Seinen Mutli bewies er im Feldzuge 1795, seine Umsicht»nd Entschlossenheit im Jahre 1814.
In derNaclit vom 20. auf den 21.November 1795 hatte Mcrvillc mit seinerGrenadier- und einer ihm zugetheilten Füsilier-Compagnie die am linken Ufer desNeckars, 60 Schritte vom bedeckten Wege der Festung Mannheim situirtc,stark besetzteFlesclie gestürmt. AlleHindernisse, welche sich ihm und seinen bravenTruppen entgegenstellten, wurden rnuthig überwunden, zu welchen unter anderengehörte: dass ein starker Brand in der Festung die Annäherung der Stunncolonnedem Feinde verrieth, dass ein mit Wasser gefüllter Canal im Angesichte des Feindesdurchwatet werden musste und dass der Gegner ein ununterbrochenes Feuer aufdie Stürmenden unterhielt. Ohne einen Schuss zu erwiedern, drang Merville mit
74