Die russische Hauptreserve unter Bennigsen, GO,000 Mann, war auf dem Anmärschevon der Weichsel.
Feldmarschall Herzog Ferdinand von Württemberg sammelte das österreichischeReservecorps bei Wien.
Diesen gewaltigen Massen, über 600,000 Mann, standen 336,000 Franzosen in einer vier-fachen Linie von der ICatzbach bis zur Elbe gegenüber. 30,000 Mann bildeten die Reserve undwaren stufenweise von der Elbe bis zum Rhein aufgestellt. Napoleon selbst leitete die Bewe-gungen seines Heeres; Feldmarschall Fürst Schwarzenberg jene der unter ihren eigenenBefehlshabern stehenden Armeen der Verbündeten.
Die Hauptarmee rückte nach der Mitte des August durch das Erzgebirge in Sachsen ein,griff Dresden am 26. August an, gerietli dort mit Napoleon’s Hauptmacht in Kampf, erlittbedeutende Verluste und zog sich dann nach Böhmen zurück. Vandamme folgte mit dem linkenFlügel der französischen Hauptmacht über die Gebirge, und wurde am 30. August bei Kulmaufgeneben. Maodonald wurde von dem sächsischen Heere am 26. August an der Katzbach,Oudinot von der Nord-Armee am 23. August bei Grossbeeren und Ney am 5. September beiDennewitz besiegt.
Seit 1. September stand die alliirte Hauptarmee an den südöstlichen Abfällen des Erz-gebirges, und lieferte in Böhmen und Sachsen den Gegnern mehrere Gefechte. Indess warGeneral Bennigsen mit der polnisch - russischen Armee durch Schlesien und Böhmen mar-schirt und am 8. October in Sachsen bei Peterswalde angekommen. Dieser nahm schon in denfolgenden Tagen an den Gefechten der sich Leipzig nähernden Hauptarmee Theil. — Das schle-sische Heer ging am 3. October bei Elster über die Elbe, und schlug das bei Warten bürg unterGeneral Graf Bertrand aufgestellte 4. französische Armeecorps in die Flucht. — Die Nord-Armee liess im September Wittenberg blockiren, und entsendete Streifcorps, nach Braunschweigund Cassel. In den ersten Tagen des Octobers führte der Kronprinz von Schweden seine Armeebei Aeken und Rosslau über die Elbe, und nahm sein Hauptquartier zu Dessau. — Auf demäussersten rechten Flügel der Nord-Armee operirte das Corps des General-Lieutenants Grafen Wall-moden an der Nieder-Elbe und gegen Holstein. Diesem gegenüber standen der MarschallDavoust und das dänische Hiilfscorps. Die bedeutendsten Gefechte wurden im August an derStecknitz bei Lauenburg, dann bei Veilahn und Zarentin, am 16. September an der Göhrdegeliefert und im letzteren die französische Division Pecheux vernichtet. Am 14. October wurdeBremen zur Ergebung gezwungen.
Um die Mitte des Octobers drängten die Hauptmassen der Verbündeten von allen Seitengegen Leipzig, um welche Stadt Kaiser Napoleon seine Armee vereinigt hatte. Vom 10. bis15. October gab es auf dem bereits sehr verengten Raume häufigen Zusammcnstoss zwischenzurückziehenden französischen und vorrückenden alliirten Colonnen. Am 16. October beganndie allgemeine Schlacht, welche in den folgenden Tagen fortwährto und am 19. mit derNiederlage der französischen Armee endete. Was von derselben über Lindenau entkam, eiltedem Rheine zu.
Am Inn waren sich die bayerische Armee .des Grafen Wrede und die öster-reichische des Fürsten R e u s s ruhig gegenüber gestanden. Nach langer Unterhandlung wurdezu Ried am 8. October der Traotat geschlossen, durch welchen Bayern seinem Verhältnisse mitFrankreich entsagte und sieh der grossen Allianz anschloss. Die österreichischen und bayerischen