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die Pässe an die französischen Abgeordneten und unterfertigte das Manifest, in welchem Öster-reich Frankreich den Krieg erklärte.
In der Nacht von 11. zum 12. trafen die Vollmachten des Kaisers Napoleon aus Dresdenzu Prag ein. Allein es waren die Würfel gefallen; von deren Wiederaufnahme konnte die Redenicht mehr sein!
Der österreichische Ilof hatte in einem ruhigen berechneten Gange seine Partie genommen.Um die beengte Stellung, in welche die Ereignisse der letzten Decennien das Keich versetzt hatten,mit einer würdigeren zu vertauschen, und um die Wunden, welche die Kriege — diese Frucht derfranzösischen Revolution und der Eroberungssucht Napoleon’s — dem gesummten europäischenContinente und ihm selbst geschlagen hatten, zu heilen, gab es für Österreich nur ein Mittel,die Herstellung eines allgemeinen auf sicherer Grundlage ruhenden Friedensstandes. DiesemZwecke wendete Österreich alle seine Anstrengungen, alle seine Kräfte zu. Wenn Napoleones unterliess im eigenen Interesse damals auch seinerseits zur Erreichung jenes grossen Zweckesmitzuwirken, so geschah es, weil er sich einer doppelten Illusion überliess, indem er die morali-schen und materiellen Kräfte, welche er durch seine Verweigerung des Friedens gegen sich inden Kampf rief, unterschätzte und dann, indem er überhaupt nicht als möglich annahm, dass eineinnige Verbindung der Mächte gegen ihn sich bilden und erhalten könne.
Österreich stand vorerst mit Frankreich in Krieg, ohne noch eine Allianz mit den früherVerbündeten geschlossen zu haben, und es hatte sich hierin das Cabinet die volle Freiheit seinerStellung Vorbehalten.
Die Aufgabe, welche selbes nach der Auflösung des Prager Congresses zu erfüllen hatte,lag ihm inzwischen deutlich vor. Es musste eine enge Verbindung der Mächte zum Zweckedes gemeinsam gegen Napoleon zu führenden Krieges gegründet, der Gang der militärischenOperationen gegen den hochbegabten Gegner strenge in das Auge gefasst und das Prineip festge-stellt werden, dass es nicht die Führung eines Defensiv- sondern eines Offcnsiv-Krieges gelte,dessen äusserste Grenze auf dem französischen Gebiete selbst zu suchen sei.
Der Kaiser Franz verliess nach der erfolgten Kriegserklärung am 11. August den Auf-enthalt, den er für die Dauer des Prager Congresses zu Brandeis bezogen hatte, um sich nachPrag zum Empfange des russischen und des preussischen Monarchen zu begeben. Von da verfüg-ten sich die Monarchen mit ihren Ministern nach Teplitz, um daselbst den AIlianz-Tractat zuschliessen, während andererseits die kaiserliche Armee gegen die sächsische Grenze vorrückte.Der Feldmarschall Fürst von Schwarzenberg schlug sein Hauptquartier ebenfalls zu Teplitzauf, um an den dortigen militärischen Berathungen Theil zu nehmen.
Verhandlungen zwischen dem kaiserlich österreichischen und dom königlich bayerischen Hofe,welche den Beitritt dos Letzteren zu der Stellung des Ersteren zum Zwecke hatten, wurdengleichzeitig eingeleitet, und wurden zu Ried durch einen Vertrag zum Abschlüsse gebracht.
Die unter den drei grossen Continental - Mächten und Grossbritannien zu treffendeÜbereinkunft wurde in grossen Grundziigen aufgefasst. Als deren Zweck wurde von den vierMächten die Erreichung eines allgemeinen, die Bürgschaft seiner Dauer in einer richtigen Ver-theilung der Kräfte der Staaten findenden Friedens bezeichnet.
Als die wesentlichsten Mittel zur Lösung der Aufgabe wurden die folgenden politischen undmilitärischen Principien festgestellt:
Frankreich solle in die Grenzen, welche mit dem Begriffe des europäischen Gleich-gewichtes vereinbar seien, zurückgeführt werden; der rheinische Bund ist aufzulösen, undan dessen Stelle hat ein selbstständiger deutscher Verein zu treten; Österreich und Preussen