Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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1068
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Um derselben die Anerkennung von Seiten der kriegführenden Mächte und die Kraft zurGeltendmachung zu sichern, war die Ausrüstung des Heeres vervollständigt und dessen Auf-stellung in der Nähe der Punete, auf denen die Geschicke des neuen Feldzuges entschieden wer-den mussten, angeordnet. Alles, Politik und Heer, war im Einklänge, um zur gegebenen Stundedem Kaiserreiche das Wort der Entscheidung und das Wiedererringen der ihm im Ratlie Europasgebührenden Stellung zu sichern. Das Cabinet liess sich im französischen Hauptquartiere durchden General Grafen Bubna, im russischen und preussischen durch den frühem Minister derauswärtigen Angelegenheiten Grafen _ von Stadion und den Ritter von Lebzeltern, undzu London durch den Freihorrn von Wessenberg vertreten. Das Hauptquartier des kaiserlichenHeeres hatte der Feldmarschall Fürst von Schwarzenberg zu Jitschin aufgeschlagen. DerKaiser verweilte fortan in anscheinender Ruhe in seiner Hauptstadt.

Die Schlacht bei Bautzen (21. und 22. Mai), welcher der Rückzug der russisch-preussisclienHeere und ein sechswöchentlicher Waffenstillstand folgten, bezeichnete dem kaiserlichen Hofeden Moment, in welchem er aus der zweiten Periode seiner politischen Stellung, aus der zuGunsten des Friedens intervenironden, zu der der bewaffneten Mediation überzu-treten berufen sei.

Am 25. Mai traf die Nachricht der Schlacht von Bautzen iu Wien ein. Der Kaiser fasstesogleich den Entschluss, sich in Begleitung des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, Gra-fen von Metternich, in das Hauptquartier des Feldmarschalls Fürsten von Schwarzenbergzu begeben. Daselbst angelangt, erliess der Kaiser eine Einladung an den nach Dresden zurück-gekehrten Kaiser der Franzosen und an die in Oberschlesien befindlichen Monarchen Russlandsund Preussens, den Minister Grafen von Metternich persönlich zu empfangen. In Folge hievonhatte derselbe in dem an der böhmisch-schlesischen Grenze gelegenen Schlosse Opotschna eineZusammenkunft mit dem Kaiser Alexander, welcher in seinem und im Namen des KönigsFriedrich Wilhelm die Mediation Österreichs annahm. Von Opotschna begab sich der Grafvon Metternich über Jitschin nach Dresden, woselbst er am 22. Juni anlangte. Erst am 30.erklärte sich Napoleon seinerseits für die Annahme der Mediation. In einem "Vertrage, welcheram erwähnten Tage durch den Grafen von Metternich und den Herzog von Bassano unter-zeichnet wurde und alsbald die Ratification Napoleons erhielt, wurde die Annahme der Media-tion durch den Kaiser der Franzosen, die Vereinigung der Bevollmächtigten der drei kriegfüh-renden Mächte unter dem Vorsitze des Repräsentanten der vermittelnden Macht zu Prag am8. Juli (dieser Tag wurde durch ein späteres Übereinkommen auf den 12. verlegt) und der10. August als der letzte Termin der Negotiation festgesetzt. Der Waffenstillstand zwischenden kämpfenden Heeren wurde in Folge der in Aussicht stehenden Friedens-Verhandlungen all-seitig vom 20. Juli bis zum 10. August verlängert. Am 12. Juli stellten sich der russische undder prcussische Bevollmächtigte zu Prag ein, woselbst der zum österreichischen Bevollmächtigtenernannte Minister Graf von Metternich bereits seinen Sitz aufgeschlagen hatte, während derKaiser Franz das Schloss zu Brandeis bezog. Als ersten Bevollmächtigten hatte Napoleonden General Coulaincourt und als zweiten den am kaiserlich österreichischen Hofe als Bot-schafter accreditirten General Grafen von Narbonne bezeichnet.

Erst am 20. Juli traf der General Coulaincourt zu Prag, jedoch ohne schriftliche Voll-machten ein. Der Graf von Metternich verweigerte das Zusammentreten der Conferenz biszur Erfüllung jener Vorbedingung. Allein es verlief der auf den 10. August festgesetzte letzteTermin der Verhandlungen, ohne dass die benöthigte Legitimation des französischen Gesandten ein-gelangt war. Um Mitternacht vom 10. auf den 11. August sendete sonach der Graf von Metternich