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So erfüllte das Auxiliarcorps bis auf den letzten Augenblick mit aller Aufopferung undVerläugnung seiner eigenen Gefühle treu und standhaft seine Pflicht, bis es im Monate Mai 1813aufliörte ein Ganzes zu bilden, und von seinem Kaiser auf einen anderen Kampfplatz gerufenwurde, um im Vereine mit seinen Waffenbrüdern und allen Heeren Europa’s für dessen Unabhän-gigkeit einzustehen — und zu siegen!
Das Jahr 1813.
Als Napoleon das Heer am 5. December 1812 verliess, um sich nachParis zu begeben,kannte — ja er ahnte nicht einmal den vollen Umfang der Opfer, welche der misslungene Feld-zug gegen Russland der grossen Armee gekostet hatte.
Er hoffte, dass bedeutende Streitkräfte in Lithauen würden überwintern, oder dass dieselbenim schlimmsten Falle die Linie der Weichsel würden behaupten können. Er übertrug das Ober-Commando der Armee dem Könige von Neapel, welcher aber selbes bald dem Vicekönig vonItalien übertrug und sich am 16. Jänner 1813 in sein Königreich zurückzog.
Der Erfolg rechtfertigte nicht die Hoffnungen Napoleon’s. Von der grossen Armee warennur einige geschlossene Körper in den Corps, welche die Reserve gebildet und den Zug nachMoskau nicht mitgemacht hatten, noch übrig. Die Überreste der in Russland eingedrungenengrossen Armee waren seit dem Übergange über die Beresina durch die Strenge dos Winters,durch den Mangel an Lebensmitteln und Fourage, und durch die Krankheiten gänzlichaufgelöst.
Die siegenden Russen schritten ihrerseits in allen Richtungen vor. Am 5. Jänner rückte derGeneral Graf Wittgenstein zu Königsberg ein; am 21. zogen die Reste des französischenHeeres durch Berlin; am 22. verliess der König von Proussen Potsdam und zog sich nach Bres-lau zurück; am 15. Februar schlug Wittgenstein sein Hauptquartier zu Kalisch auf; am 28.desselben Monats wurde daselbst — nachdem das preussische durch den General von York befeh-ligte Corps in Ostpreussen schon zu Ende des Jahres 1812 zu der russischen Armee übergetretenwar — der Allianz-Tractat zwischen. Preussen und Russland unterzeichnet.
Seit seiner Rückkehr nachParis (im December 1S12) strengte der Kaiser Napoleon alleKräfte seines Reiches zur Fortsetzung des Krieges gegen die verbündeten Mächte: England, Russ-land und Preussen, an, und forderte die Fürsten des Rheinbundes zu gleichen Anstrengungenauf. Am 12. Jänner 1813 erschien ein Senatus Consult zur Aushebung von 350,000 Mann auf denfranzösischen Gebieten. Bedeutende Streitkräfte wurden aus Spanien zurückberufen und allesdeutete auf den festen Entschluss Napoleon’s, nicht allein die Scharte, die seine Macht imJahre 1812 erlitten, auszuwetzen, sondern seine Oberherrschaft auf dem europäischen Continentedurch erneuerte Anstrengungen zu sichern und durch einen umfassenden Frieden schluss-gültig zu besiegeln.
Wenn Österreich bis jetzt unerschütterlich auf dem politischen Standpuncte stehen geblie-ben war, den es im Jahre 1811 vorbereitet und im Jahre 1812 festgehalten hatte, so lag es docham Tage, dass der Begriff der — durch die Einreihung eines Hülfscorps in das grosse französischeHeer — beschränkten Neutralität auf den Stand der Dinge, wie er sich eben gestaltet hatte, nichtmehr passte, und es war diese Wahrheit zu tief in der Natur der Dinge gegründet, um nicht vondem kaiserlichen Cabinete und wohl ebenso von Napoleon gefühlt zu werden. Die moralischewie die materielle Kraft Österreichs war durch die Unfälle, welche die französischen Heere im