Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
1065
Einzelbild herunterladen
 

1065

*

Klengel wurde die Besetzung des für die "Verbindung mit dem Centrum des Heeres wichtigenPostens Kobrj'n übertragen.

Indess hatte sich in Volhynien zwischen Kowel und Lutzlr eine russische Armee unter demGeneral Tormassow gebildet. Seit Ende Juni schickte dieser mehrere Streifcorps über denBug in das warschauisclie Gebiet, die im Juli jene beiden alliirten Corps im Rücken bedrohten.Die Generale Kamenslcoy und Lambert überfielen am 27. Juli in Kobryn die sächsische Bri-gade Klengel und rieben sie auf. Nun wendete sich Schwarzenberg schnell von Nieswieczzurück und vereinigte sich mit Reynier. Napoleon hatte dom Fürsten den Oberbefehl beiderCorps anvertraut. In dieser Gegend deckten dieselben zunächst die Stadt Warschau gegen Tormas-sow, dann aber auch die rechte Flanke der grossen Armee gegen das russische Heer, mit welchemder Admiral Ts cliitschakow von der untern Donau herbeieilte. Fürst S chwarz onb erg rückteim August gegen Tormassow vor, der die sehr feste Stellung zwischen Pruszany und Kobryngenommen hatte. Die Österreicher warfen die feindliche Avantgarde aus den Defileen der Jasiolda,griffen sie auch am 8. bei Sieniewice, am 10. bei Pruszany an, und erzwangen am letzteren Tageden Übergang durch die Moräste bei Koziebrod. Am 11. wurde der russische Vortrab auf dieHauptstellung bei Horodezko und Podubnie geworfen, am 12. diese angegriffen und Tormassowgeschlagen. Auf seinem Rückzuge wurde er von den Österreichern unter mehreren Gefechten überden Muchawice, den Prypiato, die "VVyszowka, die Turya, den Stocliod und den Styr verfolgt. Alsdie ersten Truppen Tschitscliak ows im September am Styr anlangten und sich mit Tor-massow vereinigten, trat Schwarzenberg mit seinen beiden Corps den Rückmarsch an. Am21. September ging die russische Avantgarde über den Styr und am 23. rückte Ts chits chako wselbst gegen Schwarzenberg. Dieser zog sich über die Turya und als er sich bei Lubomlmit 33,000 Mann einer russischen Macht von 80,000 Mann gegenüber sah hinter den Bugzurück. Dann eilte der Fürst über Brzysc hinter den Muchawice, und erreichte diesen Fluss früherals die Russen auf dem jenseitigen Ufer anlangten.

Später bezog er, zum Schutze Warsehaus, die Stellung an der Leszna. Um die MitteOctobers drangen schon russische leichte Truppen über Brzose in die Nähe von Warschau'vor undbedrohten Lublin. Der Fürst eilte über den Bug, schlug eine russische Abtheilung am Flusse Znabei Bialla und verdrängte die übrigen Feinde aus dem Herzogtliume. Tschitseliakow Iiessdamals bei Brzesc den General-Lieutenant Sacken mit 25,000 Mann zurück und trat mit derHauptmacht den Marsch über Slonim und Minsk gegen die Beresina an, über welchen Fluss dievon Moskau kommende grosse Armee Napoleons gehen musste. Als Fürst Schwarzenbergsich von der Marschrichtung Ts chi tscliak o ws, welche jener Armee so grosse Gefahr bereitete,überzeugt hatte, beschloss er sogleich diese Operation des Feindes nach Kräften zu hindern. Errückte Ende Octobers über den Bug, Anfangs November über den Narew, und verfolgte denAdmiral gegen Slonim. In einem Abstande von drei Tagmärschen hinter ihm w'aren die Sachsenzurückgeblieben. Diese wurden von Sacken am 13. zwischen Rudnia und Lazenica, am 15. No-vember bei Wolkowysk geschlagen; da kehrte Schwarzenberg um, fiel bei Isabelin Sackenin den Rücken, warf ihn über den Narew und Muchawice, rettete durch seine schnelle Ankunft dieSachsen und verfolgte die nach Rudnia und Kowel zurückweichenden Russen. Dann zog derFürst wieder in Tschits chako ws Rücken nach Slonim. Dieser hatte indess unbeirrt seinenMarsch über Minsk nach Boryzow fortgesetzt und half das Geschick der grossen Armeo entschei-den. Mit dem Rückmärsche derselben in gleicher Höhe, musste auch der rechte Flügel zurück-gehen, um nicht abgeschnitten zu werden. Fürst Schwarzenberg marschirte daher überByalistok und Grodno und stellte sich Ende December bei Pultusk. Hier blieb er zur DeckungWarschaus bis Anfangs Februar 1813 stehen und zog sich sodann hinter die Pilica gegenKrakau zurück.