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Durch eine Familien-Verbindung mit dem österreichischen Kaiserhause mussten, in Folgoder gemeinsten Berechnungen, dessen Besitzungen, wenn auch nicht für immer, doch für dienächste Zukunft als ausser Angriff des Kaisers der Franzosen gestellt betrachtet worden.
"Welche Gründe konnten denselben zu dem von ihm an den Tag gelegten Vorhaben bewegen?
Wollte er von der Stunde an das Schwert in der Scheide ruhen lassen und sieh auf derGrundlage dynastischer Interessen der Befestigung seiner Macht im Inneren seines, bereits überalles Mass ausgedehnten Reiches und der von diesem unter Protection genommenen Staaten wid-men, oder waren inNapoIeon’s bewegtem Sinne seine Absichten nur auf eine zeitweilige Ruhegerichtet?
Die Lösung dieser Fragen war der Zeit allein Vorbehalten, und Österreich konnte sich getrostauf die Fürsorge seines väterlich gesinnten, so vielfach geprüften, in allen Gefahren der Zeit alsunerschrocken und unerschütterlich bewährten Monarchen verlassen. Der Kaiser bewilligte dieVerehelichung seiner geliebten Tochter, die ihrerseits bei ihrer Einwilligung auch nur allein dasWohl des Reiches ins Auge fasste. Er brachte das Opfer als ein Unterpfand des Friedens zwischenden beiden Reichen, und im schlimmsten Falle für die Gewinnung einer Frist, welche Österreichdie Mittel bieten sollte, die Wunden, geschlagen durch die früheren nothgedrungenen Kämpfe, zuheilen und die Kraftäusserung, welche eine in Nebel gehüllte Zukunft zur Sicherung und Erhal-tung der Monarchie in Anspruch nehmen konnte, vorzubereiton.
Mit Ausnahme des Krieges in Spanien und Portugal und des keiner Lösung sich näherndenKrieges mit England verhielt sich Napoleon während des Verlaufes des Jahres 1810 in militä-rischer Ruhe und verfolgte nur die Pläne zur Vergrösserung seiner Macht, zumeist auf dem Wegeder einfachen, durch Decrete bekannt gegebenen Incorporationen fremder Länder in sein Reich.
Unter die namhaftesten derselben gehörten: die Einverleibung sämmtlicher noch disponiblenGebiete des Kurfürstenthums Hannover in das Königreich Westphalen, diese französische Com-mandite im rheinischen Bunde — (Jänner 1810) — des gesammten Kirchenstaates in Frankreich(Februar) — des von Bayern abgetretenen südlichen Tirols in das Königreich Italien (April) —endlich Hollands und aller Gebiete der Schelde, der Maas, des Rheins, der Weser und der Elbe,als Departements in das französische Kaiserreich (December 1810).
Der unter den letzteren dieser Incorporationen begriffenen Wegnahme der Hansestädte legteNapoleon insbesondere die Noth Wendigkeit der Befestigung des Continental - Systems gegen-über von England zum Grunde.
Im Jahre 1811 begannen sich seine Pläne auf einen Krieg mit Russland zu entwickeln.Bedeutende Truppenmassen bewegten sich gegen das Grossherzogthum Warschau. Danzig wurdeals ein Hauptwaffenplatz befestigt, und deutlich zu einem Depot für Waffen und das sämmtlichezum Kriege gehörige Materiale bestimmt. Alles deutete auf einen Angriff hin, welchen Napoleonim kommenden Jahre gegen Russland beabsichtigte. Österreich schien sich blos mit seinen innerenVerhältnissen zu beschäftigen, die Blicke des kaiserlichen Cabinetes waren aber nicht minder aufdie in Aussicht stehenden äusseren Ergebnisse in einer nahen Zukunft gerichtet.
Dass dessen Stellung in dieser Beziehung vorerst nur eine abwartende sein durfte, war demReiche durch die Folgen der Kriegsjahre, welche auf ihm noch schwer lasteten, geboten. Umindessen bei dem Ausbruche und während des Verlaufes des Krieges zwischen Frankreich undRussland eine selbstständige Stellung behaupten zu können, mussten die Mittel, so weit derender durch die Unfälle der letzten Zeiten ganz zerrüttete Stand der Finanzen und ein beinahe bisauf die Cadres aufgelöstes Heer zu bieten vermochten, strenge zu Rathe gezogen und vorbereitetwerden. Dem ersteren dieser Bedürfnisse kam das Finanz - Patent vom 15. März zu Hülfe, zur