Im Jahre 1798 zum ersten Major hei dem Infantcrie-Regimente Nr. 60 vor-gerückt, hob Colloredo die Ausdauer der ihm anvertrauten Truppen bei der am27. Mai erfolgten Erklimmung der beinahe unzugänglichen Höhe des Steiges überWinterthur, behauptete sich dort mit beispiellosem Muthc so lange bis ihmUnterstützung zukam, stürzte sich sodann rasch auf den Feind herab, verjagte ihnvon der Strasse, und erhielt dadurch die Brücke über die Töss unbeschädigt, überwelche die Reiterei zur Verfolgung nachsprengen konnte. Zur Belohnung erhieltColloredo 1800 die Ernennung zum zweiten Obersten bei Olivier WallisNr. 29, zu welchem Regimente er sofort an die obere Donau eilte. Auf seinerDurchreise durch Lauplieim traf er das Corps des Prinzen von Lothringen imVorrücken gegen Klein-Schaffhausen, bot freiwillig seine Verwendung an, und führteein Bataillon in den W r ald bei Guttcnzell mit solcher Entschlossenheit in dielinke Flanke des Feindes vor, dass durch die Raschheit seiner Bewegung und dasBeispiel seiner persönlichen Bravour das Gefecht schnell entschieden wurde.
Hierauf in dieStelle einesRegiments-CommandantenbeiErzherzogFerdinand-Infanterie Nr. 2 eingerückt, bewährteColloredo auch in dieser Eigenschaft seinenRuhm, erhielt 1805 die Beförderung zum General-Major und den Befehl über eineBrigade von 5 Grenadier-Bataillonen und 1 Bataillon Gradiskaner unter ErzherzogKarl, und vereitelte, nachdem er bei Caldiero wegen Verwundung des GeneralsNordman das Commando über den angegriffenen linken Flügel übernommenhatte, durch muthvolle Ausdauer den mit Wuth unternommenen letzten Versuch desFeindes. Dieser hatte unseren linken Flügel bereits nach Chiavico del Cristogedrängt und den Angriff mit 19 Bataillonen angeordnet, wovon ein Th eil sich längsder Etsch zog und, von der Artillerie des jenseitigen Ufers unterstützt, den Graben,welcher unsere linke Flanke deckte, an seinem Ausflusse zu passiren suchte.Colloredo errieth des Gegners Absicht und detachirte ein Grenadier-Bataillondahin, welches noch zur rechten Zeit ankam, um das Vorhaben zu vereiteln. In-dessen erfolgte der Angriff in der Front, der Feind drang bis nahe an die Verschan-zungen vor. Sein überlegenes concentrisclies Feuer hatte bereits die meisten Artille-risten und über 200 Mann von der Besatzung in der Schanze, eine Division Lin-denau, getödtet oder verwundet, und er rückte entlang demDamme vor, der nurvoneiner Plattform bestrichen werden konnte, neben welchen man Tages vorher eine Öff-nung zum Durchbruch angebracht hatte. Auf diese Plattform richtete der Feind einsolch verheerendes Feuer, dass unsere Soldaten demselben zu widerstehen nichtvermochten und sich zu schützen suchten. Da eilte der General Graf Colloredoauf die bedrohte Stelle, sammelte die Officiere und Mannschaft um seine Person undeiferte sie zur erneuerten Bedienung der Geschütze an. Es -war dies im entschei-dendsten Momente. Das Beispiel des tapferen Generals, der auf dem gefährlichstenPuncte ausharrte, beseelte Alle mit Zuversicht, mit neuem Muthe und half den über-legenen Feind zum Weichen zu bringen und die wichtige Schanze erhalten, die,