Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
855
Einzelbild herunterladen
 

er schon 3 Jahre früher in den Freiherrnstand erhoben worden war, das Indigenat,und Kaiser Leopold II., der Hiller im Jänner desselben Jahres zum Assessorder angeordneten Militär-Verbesserungs- Commission auserwählte, gab ihm einenGehaltszuschuss jährlicher 750 fl. aus dem Cameralfonde.

Zum General-Major 1794 befördert, wurde Ililler General-Kriegscommissärbei der Armee in Italien, dann übernahm er 1796 eine Brigade am Rhein. Ge-schwächte Gesundheit nöthigte ihn vorübergehend in den Ruhestand zu treten,doch wurde er schon im Juli 1798 bei der Armee am Lech, 1799 aber in derSchweiz verwendet, wo er bei Zürich focht und verwundet wurde. Noch imSeptember desselben Jahres erfolgte Ilillers Beförderung zum Feldmarschall-Lieutenant, mit welcher im darauffolgenden Jahre ein Corps - Commando im nörd-lichen Tirol verbunden war.

Nach beendigtem Kriege 1801 erhielt Ililler eine Division in Agram unddie zweite Inhaberstelle des 2. Infanterie-Regiments (welche er 1814 mit der erstenInhaberstelle des 53. Infanterie-Regiments vertauschte), kam bald darnach als Militär-Commandant nach Innsbruck, und wurde bei Ausbruch des Krieges im Jahre 1805mit dem Commando im südlichen Tirol betraut. Hatte er hier Gelegenheit gefundendieses Vortrauen seines Monarchen zu rechtfertigen, so verschaffte ihm das Jalir 1809den Ruf eines der ausgezeichnetsten Generale der Armee. Yon Agram, wo er seit1807 als Commandirender mit gleichzeitiger Ernennung eines geheimen Rathesangestellt war, zur Armee nach Deutschland berufen, wurde Ililler Commandantdes 6. Corps, welches 31 Bataillone und 24 Schwadronen stark im Lande ob der Ennsan den bayerischen Marken stand. Am 10. April rückte er gegen Landshut, übernahmden Oberbefehl über die 3 Corps des linken Flügels, nämlich das 5. (ErzherzogLudwig), das 6., dann das 2. Reserve-Corps (General Kienmayer), zusammen64 Bataillone, 64 Schwadronen. Diese Truppen hatten eine drei Meilen ausgedehnteStellung inne, während Napoleon ihnen concentrirt bei Abensberg gegenüber-stand. Der Erzherzog Karl stand an diesem Tage mit den 3 anderen Corps derArmee in Regensburg. Napoleon beschloss die österreichische Armee zu trennenund einzeln zu schlagen, und während er den rechten österreichischen Elligcl unterdein Generalissimus beschäftigen liess, griff er am 20. den General Ililler inseiner ausgedehnten Stellung an und drängte ihn nach grossem Verluste bis nachLandshut zurück. Hiedurch, so wie durch die Schlacht von Eckmühl wardie österreichische Armee getrennt. Zwar schlug Hiller bei Neumarkt aufseinem Rückzuge die Divisionen Wrede, M olitor und Oudinot unter dem Ober-befehle Bessieres, und drängte sie bis Yilsburg zurück, doch konnte dieser Siegden nothwendigen Rückzug nach der Donau nicht aufhalten, und Hiller führte dieihm untergegebenen Corps vom 25. April bis 3. Mai über Burghausen nach Linz,von da nach Ebelsberg. Hier widerstand er am 3. Mai den heftigen Angriffender Franzosen; allein die von Nap olcon gegen ihn geleiteten Umgehungen