reichen Obliegenheiten eines Commandirenden versehen und einAugenzeuge berich-tet hierüber: „An einem seit dem Monate Mai anhaltenden Zehrfieber leidend,dem die Wassersucht folgte, hatte der ritterliche Fürst bis zum Sterbetage denCommandostab nicht aus der Hand gegeben, alle wichtigen Gegenstände selbstunterzeichnet und noch am 4. um 11 Uhr Vormittags um die Garnisons-Spitalkostgesendet, diese geprüft und die Suppe bemängelt; um 2 Uhr Nachmittags erhielter die letzte Ölung, und anderthalb Stunden darnach ward die Heldenseele aus-gehaucht.“
HlLLEE, Johann Freiherr von, Feldzeugmeister, c-ommandirender Generalin Galizien, geheimer Rath, Inhaber des Infanterie - Rgiments Nr. 53, war zuBrody 1748 geboren und trat 15 Jahre alt als Cadet in das 8. Infanterie-Regiment.Im 20. Lebensjahre ward er Unterlieutenant bei Württemberg-Dragoner Nr. 3, kamin gleicher Eigenschaft zum 35. Infanterie-Regimente und wurde 1774 Capitän-Lieutenant bei den Warasdiner Kreuzern. Im Decemher 1783 zum Major beför-dert, führte Hiller, als der Krieg mit Holland auszubrechen drohte, einBataillon nach Deutschland und wurde bei der Rückkehr in die Grenze mit derAufsicht über die Seidenfabrik in Bellowar betraut.
Gleich bei Beginn des Türkenkrieges legte Hiller glänzende Beweise seinerTalente und Tapferkeit ah, und avancirte im August 1788 zum Oberst-Lieutenant.Sein persönlicher Muth und seine Umsicht erwarben ihm in diesem Feldzuge dasRitterkreuz, w r elches ihm London im November desselben Jahres an die Brustheftete. Es war diesem braven Offieier das Commando der 11 Stunden langen Streckevon Divussa bis Ciubina, wovon die Hälfte am trockenen Cordon gegen die beidentürkischen Festungen Novi und Ottoka, zur Deckung des rechten Flügels der Bri-gade Kleb eck (s. d.) übertragen und überlassen sich nachUmständen zu benehmen,eine Aufgabe, die er auf das Rühmlichste löste, indem er durch 7 Monate nur mitwenigen Truppen nicht allein jeden Versuch des weit überlegenen Feindes, inunser Gebiet einzufallen, vereitelte und namentlich am 27. Juli einen türkischer-seits unternommenen kühnen Angriff nachdrücklichst zurückschlug, sondern aucham 12. August die feindliche Position bei Novi ganz unvermutliot überfiel undden Moslims beträchtlichen Schaden zufügte. Bei dem Sturme auf Novi (3. Octo-ber) eommandirte Hiller die mittlere Colonne, erstieg die Bresche und mun-terte die Grenzer durch sein Beispiel zur Ausdauer auf, was denn auch die Behaup-tung der Courtine zur Folge hatte.
Die Einnahme von Berbir (1789), wo Hi Ile r’s Name unter den Gerühmtestengenannt wurde, verschaffte ihm das Obersten-Patent. Im August desselben Jahreswurde ey von Loudon, dessen Zutrauen er sich erworben hatte, mit dem Operations-plane an den Kaiser nach Wien gesendet und kehrte dann zur Armee zurück, umhei Belgrad neuen Ruhm zu ernten. 1792 ertheilten ihm Ungarns Stände, nachdem