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2 (1857)
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852
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gegen die feindliche Infanterie vor. Der Angriff erfolgt mit Nachdruck, der Feindwird geworfen; in dem Walde aber finden unsere Truppen einen so hartnäckigenWiderstand, dass es ausser ihren Kräften liegt weiter zu kommen. Es entspinntsichern mörderisches Feuer, und der General Fürst Aloys Liechtenstein,von mehreren Kugeln getroffen, erhält einen Schuss ins Bein, der ihn sinkenund den Kampfplatz verlassen macht. In der nämlichen Affairc wurde auch seinBruder, General-Major Fürst Moritz, jedoch nicht so bedenklich verwundet,beide liesen sich nach Wien bringen, um da ihre Genesung abzuwarten.

Indess waren die Franzosen gegen die Hauptstadt gerückt, Fürst Moritz,der sich von der Verwundung bereits erholt hatte, eilte der Hauptarmee nach,während Aloys, in der Genesung langsam fortschreitend, Gefangener der Fran-zosen wurde. Doch selbst der Feind ehrte den mutlügen und tapferen Krieger,und der Fürst hatte dieses Unglück nur der Form nach kennen gelernt; dennNapoleons Generäle beeilten sich, ihm ihre Hochachtung auf dem Kranken-lager in der Teinfaltstrasse persönlich zu bezeugen.

Kaiser Franz zierte die Brust des unerschrockenen Soldaten für die Tapfer-keit bei Hausen mit dem Commandourkreuze ausser Capitel, indem er ihmdie Decoration am 6. Mai persönlich übergab, und verlieh ihm das 12. Infanterie-Regiment. Um diese Zeit zählte der Fürst erst 29 Jahre, und doch hatte er sichschon als Feldherr und Krieger einen ruhmvollen Namen gemacht, der im Feld-zuge 1812, in welchem er unter Feldmarschall-Lieutenant Bianchi eine Brigadecommandirte, und im Gefechte bei Ploska am 8. Octobor wieder verwundet wurde,dann in den Befreiungskämpfen bis zur Bewunderung sich steigerte.

Mit seinem Heldenbruder Moritz repräsentirte er in dieser letzteren Zeit diewahre Verklärung von Österreichs kriegerischem Ritterthume; er commandirteeine Division bei dem linken Flügel der grossen Armee unter FcldzeugmeisterGyulay. In der Schlacht bei Dr es den hatte nur des Fürsten grosse Einsicht undUnerschrockenheit unseren linken Flügel vor der schwebenden Gefahr der gänz-lichen Niederlage zu retten vermocht, und wie in allen Gelegenheiten, wo es dasHöchste galt, der Fürst sein Leben einzusetzen pflegte, war es auch an diesem Tage,als er sich an der Spitze eines Bataillons des Infanterie-Regiments WenzelColloredo stellte und mit dem Bajonete den Feind aus Rossthal herauswarf. SeineBravour scheiterte an den immer erneuerten Angriffen der Franzosen, die zuletztimBesitze des Dorfes blieben. Das siegreiche Gefecht bei Arb es au (17. September)unter Colloredo erregte allgemeine Bewunderung, und noch in derselben Nachtübersendete Kaiser Alexander dem Fürsten einen goldenen mit Brillantengezierten Degen der Tapferkeit und kurz darauf nach der Schlacht von Leipzig,in welcher der Fürst am 16. October nach der Gefangennahme des Generalsder Cavallcrie Grafen Merveldt bei Konnowitz den Befehl des 2. Corps über-nahm und mit gewohnter Auszeichnung kämpfte, den St. Georgs-Orden 3. Classe.