Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
843
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durch die Missgriffe einzelner Anführer vereitelt, und er musste seinen Rückzugnach Ungarn nehmen, wo sich die aufgebotene adelige, ganz ungeübte Insurr ectionan ihn anscliloss. Mit dieser vereint bestand der Erzherzog am 14. Juni das heftigeGefecht bei Raab, -welches lange unentschieden blieb, bis die Insurrections-Caval-lerie nach einer missglückten Attaque geworfen, den linken Flügel der Armee bloss-stellte und den Erzherzog zwang sich nach dem bedrohten Ivomorn zurückzu-ziehen. Er ging hierauf nach Pr es s bürg, wo ein starker Brückenkopf angelegtund durch den General Bianchi heldenmüthig vertlieidigt wurde. Am 26. Juniforderten die Franzosen die Räumung des rechten Donau-Ufers und der InselSchütt und begannen Pressburg heftig zu beschiessen; gleichzeitig zog aber eingrosser Theil der feindlichen Truppen, die dem Erzherzoge entgegen standen, in derRichtung nach Wien. Der Prinz wollte mit vereinten Kräften vorbreclien, um denFeind zurTheilung seiner Macht zu zwingen, der auf den Brückenkopf keinen Sturmwagte. Ein starkes Regenwetter verhinderte diese Ausführung, und am 5. Juli trafder Lieutenant Graf Wo Ikon st ein als Courier aus dem Hauptquartiere des Erzher-zogs Karl ein, der die bevorstehende Schlacht bei Wagram meldete und den Erz-herzog aufforderte, mit allen disponiblen Truppen sich nach Marchegg in Marsch zusetzen, um zu dem grossen Zwecke mitzuwirken. Diesen Befehl erhielt der Erzher-zog um 5 Uhr Morgens; die Vorkehrungen, welche die Zusammenziehung derzerstreuten sehr fatiguirten Truppen und die Sorge für ihre Verpflegung bedingte,verzögerte den Aufbruch bis in die Nacht hinein, dann wurde der Marsch iiberBlu-menau nach Marchegg angetreten. Am 6. um 10 Uhr früh langte die Tete nach einemhöchst mühsamen, durch schlechte Wege behinderten Marsch in Marchegg an, wo derErzherzog sogleich mit der Reiterei über die March setzte und eine Recognoscirungvornahm, während das Gros durch den mühevollen Übergang auf einer fliegendenBrücke erst um 2Uhr in Schönfeld anlangen konnte. Um diese Stunde war bereitsder Ausgang des Tages entschieden; dennoch drang der Prinz an der Spitze einesIIusaren-Regiments bis Siebenbrunn vor, um sich von der Lage der Dinge persön-lich zu überzeugen. Er verweilte bis zum Abend, in der Hoffnung, Befehle vom Gene-ralissimus zu erhalten; als sich aber feindliche Reitermassen in seiner rechten Flankezeigten und er befürchten musste, in der weiten Ebene aufgerieben zu werden, daNapoleon seine ganze Cavallerie (bei 30,000 Mann) in der Richtung gegen denErzherzog verwenden konnte, ging er in der Nacht bei Marchegg zurück, wo erbis zum 7. stehen blieb und dann den Rückzug nach Komorn fortsetzte. Es istsehr problematisch, ob der Erzherzog, wenn er mit seinem kaum 12,000 Mannstarken Corps auch früher auf dem Schlachtfelde eingetroffen wäre, den Ausgangdes Kampfes günstiger zu gestalten vermocht hätte, da Napoleon, dies vorsehend,noch bedeutende, gar nicht verwendete Reserven ihm entgegenstellen konnte.

In Komorn erhielt der Prinz Nachricht von dem abgeschlossenen Waffen-stillstände und die Weisung, die drückenden Artikel desselben zu vollziehen. Der