Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
844
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Kaiser erklärte sicli gegen die Annahme desselben und befahl, die Truppen heiKönnend zu sammeln. Indessen wurde, nach dem Eintreffen des Grafen Met-ternich aus Paris, der Waffenstillstand doch angenommen. Nun schlug der Erz-herzog vor, die grosse Armee aus Böhmen, durch Mähren, hei Komorn zu con-centriren, und mit Ablauf des auf einen Monat abgeschlossenen Waffenstillstandesdie Offensive zu ergreifen. Der Plan wurde vom Kaiser genehmigt und den Trup-pen Cantonirungen zwischen Könnend und Croatien angewiesen. Da lief dieNachricht ein, Erzherzog Karl habe das Commando der Armee an den Feldmar-schall Fürsten Johann Liechtenstein übergeben, und dieser folgte der Friedeauf dem Fusse. Nach demselben behielt der Erzherzog Johann, für seine grossenA r erdienste in Italien noch im Mai 1809 zum Grosskreuz des Maria Thcresien-Ordens ernannt, nur die Stelle als General-Director des Genie- und Fortifications-wesens und der beiden Akademien.

An den Feldzügen 1813 und 1814 nahm er keinen Theil, und wurde erst1815 wieder beauftragt die Belagerung von IIü n in gen zu leiten; nach zweiMonaten ergab sich die Festung am 26. August und wurde geschleift. Der Erz-herzog begab sich nun über Basel nach Paris, erhielt hier den Auftrag, den Prinz-regenten von England im Namen des Kaisers zu begrüssen, und schiffte sich mitdem Erzherzoge Ludwig am 20. October nach England ein. Hier fanden beidePrinzen die ausgezeichnetste Aufnahme und kehrten erst im April des nächstenJahres in die Ileimath zurück.

Der Erzherzog Johann lebte nun in seiner geliebten Steiermark, die ihmauch am 8. September 1823 eine Lebensgefährtinn bürgerlicher Abkunft, Anna,Tochter des Postmeisters PI ochl zu Aussee, zuführte. Im Jahre 1832 ging derErzherzog nach Italien, um Pläne zur Befestigung von Verona und der Linie amMincio zu entwerfen; die Projecte wurden mit dem commandirenden GeneralenRadetzky berathen, und bewährten sich später durch den glänzendsten Erfolg.Dessgleichen leitete er den Befestigungshau bei B rixen und Nauder s in Tirol; zugleichem Zwecke der Grenzbefestigung hatte er schon 1819 eine genaue Rocognos-cirung der gesammten Nordgrenze der Monarchie und insbesondere des ganzenKarpathen-Gebirges unternommen, doch blieb der von ihm ausführlich durchge-führte ausgearbeitete Plan unberücksichtiget.

Die nun folgenden Jahre verlebteErzherzog Johann auf seinen Besitzungenin der Steiermark, wo er sich durch die rege und kräftige Unterstützung, welche erallen wissenschaftlichen und gemeinnützigen Unternehmungen angedeihen liess,ein unvergängliches Andenken stiftete; nur im Winter brachte er jährlich einigeMonate in Wien zu, um sich seinen Dienstgeschäften zu widmen. Im Spätsommer1835 war der Erzherzog in die preussischen Lager beiLiegnitz und Kapsdorf,darnach in die russischen bei Kalis eh gesendet worden; 1837 wurde er in jenesbei Wosnessensk geladen, wo Repräsentanten beinahe aller europäischen Heere