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2 (1857)
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zur Handhabung allgemeiner Wohlfahrt und Sicherheit zu knüpfen. Bald werden fremde Trup-pen im innigen Verein mit uns den gemeinschaftlichen Feind bekämpfen; dann, tapfere Waffen-gefährten, ehret und unterstützt sie als Eure Brüder. Nicht Ruhmredigkeit, sondern männlicheThaten ehren den Krieger. Durch Kühnheit vor dem Feinde müsst Ihr zeigen, dass Ihr dieersten Soldaten seid. So führe ich Euch dann Einst, begleitet von der Achtung derFeinde und von dem Dankgefühle fremder Nationen, nach erkämpftem rühmlichen Frieden indas Vaterland zurück, wo Euch die Zufriedenheit des Monarchen, der Beifall der Welt, dieBelohnungen der Tapferkeit, die Segenswünsche Eurer Mitbürger und das Selbstgefühl ver-dienter Ruhe erwarten.

Am 9. April setzte der Generalissimus den Herzog von Danzig, Marschall Lefebvre,Ober-General der französischen Armee in Bayern, in Kenntniss von Eröffnung der Feindselig-keiten und übergab zu München jene denkwürdige Erklärung, welche unmittelbar der nach-folgende Aufruf an die deutsche Nation folgte:

Seine Majestät der Kaiser von Österreich ergreifen gezwungen die Waffen, weil derfranzösische Kaiser nicht haben will, dass ein Staat bestehe, der nicht seine Oberherrschafterkenne, seinen Eroberungs-Absichten diene; weil er verlangt, dass Österreich seiner Selbst-ständigkeit entsage, seine Streitkraft entwaffne und sich der Willkür des Eroberers anheimgebe; weil die Heere des Kaisers von Frankreich und seiner abhängigen Bundesgenossen feind-lich gegen Österreich vorriicken. Österreichs Streitkräfte sind auf den Wink ihres Monarchenzur Selbstvertheidigung aufgestanden; ich führe sie dem Feinde entgegen, um dem gewissennahen Angriffe zuvorzukommen. Wir überschreiten die Grenzen nicht als Eroberer, nicht alsFeinde Deutschlands. Nicht um deutsche Verfassungen, Rechte, Sitten und Gebräuche zuvernichten und fremde aufzudringen. Nicht um Throne zu stürzen und damit nach Willkür zuschalten. Nicht um Deutschlands Habe uns anzueignen und deutsche Männer zu entferntenUnterjochungskriegen aufzuopfern. Wir kämpfen, um die Selbstständigkeit der österreichischenMonarchie zu behaupten um Deutschland die Unabhängigkeit und die Nationalehre wiederzu verschaffen, die ihm gebühren. Dieselben Anmassungen, die uns jetzt bedrohen, habenDeutschland bereits gebeugt. Unser Widerstand ist seine letzte Stütze zur Rettung. UnsereSache ist die Sache Deutschlands. Mit Österreich war Deutschland selbstständig und glücklich;nur durch Österreichs Beistand kann Deutschland wieder beides werden. Deutsche! würdigtEure Lage! Nehmet die Hülfe an, die wir Euch bieten! Wirkt mit zu Eurer Rettung! Wirverlangen nur die Anstrengungen, die der Krieg für die gemeinsame Sache erfordert. EuerEigenthum, Euer häuslicher Friede ist durch die Mannszucht des Heeres gesichert. Die öster-reichische Armee will Euch nicht berauben, nicht bedrücken; sie achtet Euch als Brüder, dieberufen sind für dieselbe Sache, die die Eure wie die Unsere ist, mit uns vereint zu kämpfen.Seid unserer Achtung werth. Nur der Deutsche der sich selbst vergisst, ist unser Feind. Bautauf mein Wort, das ich schon mehrmal zu Eurer Rettung gelöset habe! Baut auf das Wortmeines Kaisers und Bruders, das nie gebrochen worden ist.

Der Erzherzog hatte mit der Armee am 10. April den Inn bei Braunau überschritten undsetzte seinen Marsch in der Richtung gegen Market, Eggenfeld und Pfarrkirchen fort.

Napoleon gebot über folgende Streitkräfte in Deutschland: 1) das Armee-Corps des

Marschalls Davoust, 60,000 Mann; 2) das Corps Oudinots, 15,000 Mann; 3) 4 Divisionenauf dem Marsche von Frankreich her, 25,000 Mann; Sachsen, Bayern, Baden, Württemberg unddas neu errichtete Königreich Westphalen hatten 100,000 Mann unter den Waffen. Die russischeAllianz stellte ihm überdies 150,000 Mann in Aussicht und deckte den Norden; Marmonts