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2 (1857)
Entstehung
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829
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Erzherzog Generalissimus entschied sich für eine Zusammenziehung der Hauptarmee in Böh-men, während nur zwei Corps am Inn zu einer Invasion in Bayern aufgestellt, zwei andere inInnerösterreich zwischen Villach und Klagenfurt zum Eindringen in Tirol (wo man auf den Aus-bruch des Aufstandes rechnete) und zur Vorrückung gegen Bassano zusammengezogen werdensollten (die croatische Insurreetion und die istrianische Landwehr waren bestimmt, den unterenIsonzo zu beobachten) und endlich ein Armee-Corps gegen Warschau marschiren sollte, umBewegungen, welche etwa im Herzogthume Warschau zu Österreichs Nachtheil in Galiziengeschehen konnten, zu vereiteln.

Diesem Plane gemäss wurden dann auch alle Anstalten getroffen und die Eröffnung derFeindseligkeiten war auf den 10. April festgesetzt, als die Nachrichten, welche man in Öster-reich über den Marsch des Oudinotschen Corps an den Lech, über den Zug des Herzogs vonAuerstädt (Davoust) an die Donau und über den Marsch der Truppen, welche aus dem InnernFrankreichs über den Rhein bei Hüningen zurückkamen, so wie über den Befehl, dass sich dieContingente des Rheinbundes an der Donau mit den französischen Truppen vereinigen sollten,die Meinung hervorriefen, dass sich die französische Armee in Deutschland am rechten Donau-ufer vereinigen und vielleicht alle Brücken dieses Stromes zerstören würde, um die österreichi-sche Hauptarmee, wenn sie nach ihrem Ausmarsche aus Böhmen vom linken Ufer aufs rechte

übergehen wollte, in ihren Bewegungen aufzuhalten, und dass der Feind diesen Übergang

durch ein Beobachtungs-Corps an der Donau aufhalten könnte, um mit überlegener Macht aufdas Hillersche Corps zu fallen, welches über den Inn in Bayern eindringen sollte.

Man hielt es für wichtig die Operationen der grossen Armee in nähere Verbindung mitItalien und Tirol zu ziehen, und es wurde entschieden, den grössten Theil der Armee auf das

rechte Donauufer zu verlegen, um so mehr, als man glaubte, bei der Verschiebung der Feind-

seligkeiten auf den 10. April jene grosse Bewegung in den anberaumten Tagen ohne Zeitverlustvollbringen zu können. Diese Beweggründe veranlassten den österreichischen Feldherrn in derHälfte des März, den Plan insofern zu verändern, dass die Haupt-Armee, mit Ausnahme vonzwei in Böhmen zurückbleibenden Armee-Corps, nämlich das 3., 4., 5. und 6. Armee-Corpsund das 1. und 2. Reserve-Corps über den Inn gehen, in Bayern einrücken und längs derDonau operiren; jene beiden obenerwähnten Armee-Corps aber (das 1. und 2.) aus Böhmen indie Ober-Pfalz Vordringen, den Feind auf dem Wege angreifen, übrigens ihre Operationen immergegen die Donau richten, ein Corps von der in Kärnthen und Krain versammelten Armee durchdas Pusterthal über Brixen nach Tirol dringen, die kürzeste Verbindung zwischen dem Feindein Deutschland und Italien durchschneiden, und in der Folge die Operationen der Armee entwe-der über den Brenner gegen Bayern oder durch das Etschthal nach Italien erleichtern sollte, dieArmee des Erzherzogs Johann aber (das 8. und 9. Armee - Corps), welche ein zweites Deta-chement in Dalmatien hatte, mit ihrer übrigen Stärke bis zur Möglichkeit der Offensive einevertheidigende Stellung an den Grenzen Friauls nehmen, und endlich das gegen Warschaugerichtete Corps (das 7. Armee-Corps unter Erzherzog Ferdinand) seine Operationen mit demÜbergänge über die Pilicza eröffnen, und wo möglich Csenstochow nehmen, alle seine Bewe-gungen aber mit der grössten Schnelligkeit ausführen würde.

Während nun das 1. und 2. Armee-Corps unter den Befehlen des Generals der CavallerieGrafen von Bellegarde diesem Plane gemäss in Böhmen bei Saatz und Pilsen zurückblieben,gingen (vom 20. März bis zum 8. April) das 3. und 4. Armee-Corps und das 1. Reserve-Corpsaus Böhmen und bei Linz über die Donau und rückten dann vereint mit dem 5. Armee- und denzwei Reserve-Corps an den Inn. So wie die grosse Armee über den Inn gegangen, sollte ihr