Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
818
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dieser bemächtiget. Gelang ihnen der Verschanzung auf der Anhöhe beiColognolaMeister zu werden, so war der Schlüssel unserer Position, wie Erzherzog Karl inder Relation bemerkt, in Feindes Händen, der grösste Theil des Geschützes verloren,und unsere Niederlage wäre nicht unwahrscheinlich gewesen. Hier galt es nun sichdemFeinde nicht nur entgegenzustellen, sondern auch von der bereits gewonnenenAnhöhe zu werfen. Hauptmann Karove, obsehon der jüngste im Range, bot sichfreiwillig mit einer Division zu dieser gewagten Unternehmung an. Mit seiner Com-pagnie eilte er links vor die Kirche; während er die zweite rechts von derselben demFeinde entgegenstellte. In der Nähe des Gotteshauses angekommen, und seineBraven zur standhaften Ausdauer aneifernd, stürzte er sieh an ihrer Spitze mit gefäll-tem Bajonete auf den 600 Mann starken Gegner. Während Kar ove in der rechtenFlanke und im Rücken mit Glück vordrang, operirte die zweite Compagnie aufseineAnordnung in der linken Flanke. Der Angriff war so gut geleitet^und rasch aus-geführt, dass die Franzosen, durch diese Kühnheit überrascht, die bereits gewon-nene vortheilhafte Stellung mit grossem Verluste verlassen mussten und sich gegenColognola bassa zu retten suchten. Aber Karo ves tapfere Division stürzte sich indas tiefe Thal nach und schnitt ihnen den Rückzug auf Colognola bassa ab, dennsie hatte diesen Ort noch vor der Ankunft der Fliehenden besetzt und sich im Rückendes betäubten Feindes vereinigt. 300 Franzosen bedeckten die Wahlstatt, 1 Fahneund 2 Trommeln wurden erbeutet und 7 Offieiere und 130 Mann durch Karo vesTruppe allein zu Gefangenen gemacht. Seine Division zählte nur 13 Todte und19 Verwundete. Diese entschlossene und einsichtsvolle That des heldenmüthigenHauptmanns hatte für das Allgemeine sehr wesentliche Folgen, da der feindlichelinke Flügel, welcher sich Colognolas bemeistern wollte, von weiteren Versuchenabzustehen bemüssigt war.

MYLIUS, Fried richFreih err von, Oberst, einem alten rheinischen Geschlechteentsprossen, war im Jahre 1782 zu Düsseldorf geboren und begann die militärischeLaufbahn im April 1798 als Fähnrich bei dem Infanterie - Regimente ErzherzogKarl. Unter den Augen seines Inhabers focht das Regiment im folgenden Jahrein den Treffen bei Osterach, Stockach, Winterthur, Zürich und Mann-heim, und erlitt bei dem Sturme auf das verschanzte Dorf Neckarau einen Verlustvon 400 Todten und Verwundeten. Mylius hatte sich in diesem ersten Feldzugebei allen Gelegenheiten als umsichtsvoller, tapferer Soldat bewiesen, und war imMai 1800 zum Unterlieutenant, im September 1805 zum Oberlieutenant befördertworden, nachdem er mit dem Regimente auch den Krieg vom Jahre 1800 biszum Frieden von Luneville bei der Armee in Deutschland mitgemacht hatte.

Bei Beginn des Feldzuges 1805 sollte Mylius dem Regimente von Wienaus einen Ergänzungs-Transport von 250 Mann nachführen. Zu Innsbruck ange-kommen, hatte ihn die Katastrophe bei Ulm vom Regimente bereits abgeschnitten,