Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
804
Einzelbild herunterladen
 

dann unter der grossbritannischen Fahne so viele Kenntnisse und Erfahrungen sichgesammelt, dass ihm als vollendetem Krieger die schwierigsten Unternehmungenin Italien übertragen wurden, die er grösstcntheils zur vollen Anerkennung seinerVorgesetzten durchführte und schon im Jänner 1801 zum General-Major befördertwurde.

Das Jahr 1805 nahm seine Thätig-keit beider Armee des Erzherzogs Johannin Anspruch. Nicht lange nach Eröffnung des Feldzuges sah er sich mit einemkleinen Corps von etwas über 4000 Mann von der Armee in Tirol abgeschnitten.Die Wahl stand zwischen Gefangenschaft und dem kühnen Versuche sich durchzu-schlagen. Er beschloss als tapferer Soldat das Letztere, und zwar von N au d e r s imVintschgau durch Val'Sugana nach Venedig mitten durch die feindlichenAbtheilungen, und gleichzeitig eine Diversion im Rücken der Franzosen sowohl inTirol als in Italien zu unternehmen.

Am 17. November 1805 war seine Abtheilung in Meran versammelt. Hierwurde er durch eine feindliche Aufforderung überzeugt, dass die Franzosen bereitsin Botzen eingerückt seien. Der Prinz begehrte in der Antwort auf die schrift-liche Aufforderung zur Capitulation :Mit Waffen und Gepäcke zu dem Armee-Corps des Erzherzogs Johann abziehen zu dürfen. Er entwarf aber zugleich, inder Voraussetzung der Verweigerung, die Disposition zum Angriffe des bei Botzenstehenden Feindes, und traf die Veranstaltung, dass am 18. mit Tagesanbruch sichseine Schaar zu beiden Seiten der Etsch in Marsch setzen sollte. Nachmittags um2 Uhr stiess bereits die schwache Avantgarde unter dem Obersten Biking vonKronprinz-Kürassieren auf den Feind, und drückte denselben, ohne bedeutendenWiderstand zu finden, hinter die Tolferner Brücke zurück. Der Feind behauptetejedoch mit Standhaftigkeit die zur Brücke führenden Wege. Der Prinz vereinigtedie auf beiden Ufern der Etsch vorgedrungenen Colonnen bei Gries, und drang ander Spitze eines Bataillons Duka gegen den Feind. Durch einen gelungenenAngriff einer Schwadron Ilohenzollern-Clievauxlegers aufgemuntert, trieb dasBataillon die Franzosen von der Brücke, und verfolgte sie nachdrücklich überBotzen. Bei Rentsch stellten sie sich wieder, auf 2000 Mann verstärkt den fol-genden Österreichern entgegen, und unterhielten ein lebhaftes Feuer. Nun rückteaber das Grenadier-Bataillon B eauli eu, von einer Batterie unterstützt, auf derHauptstrasse vor, während 2 Bataillone Duka durch die AVcingärten die beidenFlanken des Feindes anfielen. In wenigen Augenblicken war die Stellung desFeindes genommen, der über Deutschen bis Kollmann floh. Prinz Rohans Abthei-lung zählte 30 Todte und 100 Verwundete, der feindliche Verlust betrug 90 Mannan Todten, 300 Verwundeten, worunter 1 Oberst und der Platz - Commandantvon Botzen. Mehrere Gefangene, unter diesen 4 Officiere, wurden cingcbracht.Dem gefassten Entschlüsse gemäss, kehrte der Prinz noch an diesem Abend um,und marschirte bis Auer, während eine schwache Cavallerie - Abtheilung den