Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
800
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und zum Widerstande rüsteten. Während Besän dem abermaligen Vordringen desFeindes in der linken Flanke den kräftigsten Widerstand leistete, gewann der Geg-ner die rechte Flanke des Ortes, und bemeisterte sich der Gärten von San PietroIngiu. Bös an zog sich zurück; als er aber auf der Strasse anlangte, sah er dasbereits gerettete halbe Bataillon Grenzer und auch den blessirten Obersten FreiherrnPeter von Vecsey erneuert der Gefahr ausgesetzt, kriegsgefangen zu werden.Sofort ritt er schnell zu einer in der Nähe aufgestellten Compagnie, sprang vomPferde und eiferte sie an ihm zu folgen. Zu Fuss an der Spitze führte B es ä n nundiese Compagnie herzhaft dem Feinde entgegen, und hielt ihn mit grosser Stand-haftigkeit im weiteren Vorrücken auf. Als er hierauf wahrnahm, dass seine durchzwei Attaquen fatiguirte und zerstreute Schwadron keinen weiteren Widerstandzu leisten vermochte, ermunterte er die Infanterie, diesen Platz zu behaupten, sasszu Pferde, sammelte seine Husaren und attacjuirte mit ihnen die viermal über-legene, ungestüm gegen San Pietro Ingiu vorrückende feindliche Cavallerie mit sogrosser Entschlossenheit und Bravour, dass sie sich in grösster Unordnung zurück-zuziehen gezwungen sah, wobei 11 Mann gefangen wurden. Durch dieses lielden-müthige Benehmen Bösäns, welcher sich in allen während des Rückzuges vonder Etsch bis hinter den Tagliamento stattgehabten Arrieregarde-Gefechten durchtapferes und kluges Benehmen hervorthat, wurde nicht nur der schwer verwun-dete Oberst Baron Vecsey, dann ein halbes Bataillon Grenzer von der unvermeid-lichen Gefangenschaft gerettet, sondern der Feind auch von der weiteren Ver-folgung unserer Nachhut an diesem Tage abzustehen bemüssiget. Die eben sokluge als vorsichtige Ausführung dieser höchst gefährlichen Unternehmung kosteteBös an nicht mehr als sieben leicht blessirte Husaren. Das Ordenscapitel hattedem tapfern Rittmeister, welcher im Octobor 1806 mit Charakter quittirte, dasRitterkreuz zuerkannt, worauf er im Jahre 1813 in den österreichischenFreiherrnstand erhoben wurde.

MOMLUISANT, Johann Freiherr von, Hauptmann, Niederländer, war zuBoucoigne geboren, trat bei Ausbruch der französischen Kriege als Gemeiner indie Armee, zeichnete sich in den Feldzügen bis zum Luneviller Frieden in mehre-ren Actionen aus, und wurde im Februar 1800 nach achtjähriger Dienstzeit Fähn-rich bei Württemberg-, dann Lieutenant bei de Ligne-Infantcric. Wenn ihm beipersönlicher Bravour die Kriegsepoche in der Beförderung wenig begünstigte, soschien der eingetretene Friede das Versäumniss nachholen zu wollen; denn Mo nt-luisant wurde schon im September 1804 Oberlieutenant und zu Deutschmeister-Infanterie eingetheilt. Die Kameraden des Regiments de Ligne gaben ihm beiseinem Ausscheiden einen schönen Beweis der Liebe dadurch, dass sie in einerUrkunde bestätigten, wie Montluisant den ganzen Krieg tapfer und muthig mit-gemacht, sich ihre Hochachtung erworben habe, und sie ihn sehr ungern verlieren.