Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
799
Einzelbild herunterladen
 

799

Innsbruck gelangen, zu spät, um sieb der Depots von der Armee in Deutschlandzu bemächtigen. Marschall Ney, gerührt von dem Heroismus des Oberst-Lieute-nants Swinburne, liess ihm noch auf dem Schlachtfelde den abgenommenenDegen mit den schmeichelhaftesten Ausdrücken zurückstellen und ertheilte ihmso wie den gefangenen Officieren die Erlaubniss, das Seitengewehr in der Gefan-genschaft zu tragen. Die Fahne des Bataillons wurde glücklich gerettet, nachInnsbruck gebracht und dort zur Aufbewahrung libergeben, wo Swinburne siebei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft wieder in Empfang nahm.

Nicht nur, dass dem tapferen Officier für die selbst dem Feinde Bewunderungabringende Vertheidigung das Ritterkreuz verliehen wurde, Swinburne wardauch im Mai 1806 zum Obersten und Commandanten des Regiments, und nach derSchlacht von Aspern zum General-Major befördert.

Nachdem er 55 Jahre dem Monarchen mit Eifer und zur Zufriedenheit, inder letzten Zeit als Stadt-Commandant in Mailand Dienste geleistet hatte, wurdeihm sein Ansuchen, in den Ruhestand treten zu dürfen, unter den schmeichelhaf-testen Ausdrücken im April 1837 bewilligt und gleichzeitig der Charakter einesFcldmarschall-Lioutenants verliehen.

Swinburne starb zu Innsbruck am 20. Jänner 1849.

BESÄN, Karl Freiherrn von, Rittmeister, ungarischer Edelmann, zu Szektsöim Baranycr Comitate geboren, wo er auch am 12. April 1819 im 46. Lebensjahreverstarb, begann die militärische Laufbahn während des Türkenkrieges als Cadetbei Jacquemin-Kürassiercn und zeichnete sich vor Belgrad als Standartführer aus.Seine gute Verwendung in diesem Kriege veranlasste den Prinzen Wal deck, ihnin sein Dragoner-Regiment als Unterlieutenant zu nehmen.

Nachdem Bes an vier Jahre bei der ungarischen Garde gedient, trat er im Mai1794 in das 3. IIusaren-Regiment, wurde in der Schlacht bei II o h e n 1 i n d c n verwun-det und im März 1801 zum Rittmeister befördert. Nach der Schlacht bei Cal die robegann der Erzherzog K arl den Rückzug in die Erbländer. Das IIusaren-RegimentErzherzog F e r d i n a n d stand in der Arrieregarde unter dem General -MajorErimont. Am 4. November 1805 rückte der Feind gegen San Pietro Ingiu mit600 Mann Infanterie rechts, und in gleicher Stärke links vor, um den Ort zu flau-eren und der Arrieregarde, welche San Pietro noch zu passiren hatte, den Rückzugzu erschweren. AlsBesän das Vorrücken der Franzosen in der linken Flankebemerkte, sprengte er mit seiner sehr schwachen Schwadron denselben entgegenund attaejuirte sie. Den durch seine persönliche Bravour zu gleichem Muthe ent-flammten Husaren gelang es nicht nur, die Gegner mit einem beträchtlichenVerluste zu werfen, sondern bei dieser Gelegenheit auch drei bereits gefangeneCompagnien Grenzer zu retten, welche auf die Aufforderung und Aneiferung desRittmeisters Bes an die weggeworfenen Waffen wieder ergriffen, sich formirten