Drohungen begleiteten Schreiben zur Übergabe aufgefordert und ihm nur 3 StundenBedenkzeit eingeräumt. Swinburne entgegnete ganz einfach, dass er fest ent-schlossen sei den ihm anvertrauten Posten auf das Ausserste zu vertheidigen.Tages darauf mündlich nochmals zur Übergabe aufgefordert, gab er entschiedendieselbe Antwort. Da begannen die Franzosen um 12 Uhr Mittags die ganze Linieseiner Verschanzungen aus Geschützen zu beschiesscn und einen allgemeinen An-griff vorzubereiten. Bald erfolgte auch der Sturm mit immer frischen Truppen.Es war keine geringe Aufgabe, diesem ungestümen Andrange zu widerstehen,aber Swinburne war ganz der Mann dazu. Er ermunterte seine Braven, dasNamensfest des grossen Erzherzogs Karl durch ruhmvolle Vcrtheidigung auf eineglorreiche Art zu feiern, und es gelang ihm, jeden Angriff des Feindes glücklichabzuschlagen. Der Stein-Batterie auf dem linken Flügel suchte der Feind vorAllem Meister zu werden; die Kanonen derselben entbehrten durch den Tod oderdie Verwundung aller Artilleristen und Handlanger derBedicnung, und es gelangden rastlosen Versuchen der Franzosen, in den Graben zu dringen, 8 Sturmleiternanzulegen und die Brustwehr zu ersteigen. Aber auch hier wurden sie blutigabgewiesen. Obwohl die Behauptung der Verschanzungen mit einer so geringenAnzahl Mannschaft dem achtmal überlegenen Feinde kaum möglich schien, soblieb Swinburne doch dem Entschlüsse treu, seine Stellung unerschütterlichfestzuhalten, und dieser Entschlossenheit allein war es zu danken, dass gegen8 Uhr Abends der Sturm auf allen Puncten abgeschlagen werden konnte. DerFeind hatte an diesem Tage 800 Mann verloren, während Swinburne an Todtonund Verwundeten nur 100 Mann einbüsste. Um 10 Uhr Nachts erhielt Swin-burne die Nachricht, dass der Pass Luitasch genommen sei. Das war eine bösePost und musste ihn auf den Rückzug denken lassen; er dirigirte sogleich 2 Kanonenmit einer Compagnie Bedeckung nach Seefeld, um diesen äusserst wichtigen Punct,wo die Wege von der Luitasch und Scharnitz nach Innsbruck sich vereinigen, zubesetzen. Die Franzosen waren ihm aber schon vorgekommen. Eine fernereBehauptung des Platzes Scharnitz lag jetzt ausser den Grenzen der Möglichkeit;Swinburne wollte sich also gegen Innsbruck durchschlagen und den Feind vondieser Stadt so lange abzuhalten suchen, bis die Ärarialvorräthe in Sicherheitgebracht würden. Eine halbe Stunde vor Tagesanbruch am 5. November setzte ersich mit dem Bataillone in Marsch; die 200 Mann starken Vorposten des Feindeswurden zerstreut und aufgehoben, 3 Officiere und 50 Mann gefangen und über dieGebirge nach Innsbruck geführt. Vor Seefeld stiess Swinburne auf die Divisiondes Generals Loison, die schon alarmirt war; Swinburne flösste seinen TruppenMuth ein und drang an ihrer Spitze bis an das Posthaus von Seefeld vor, woer endlich nach einem sehr bedeutenden Verluste, ganz umringt, einer weitüberlegenen Macht mit den Waffen in der Hand sich ergeben musste. Indessenwar doch ein grosser Zweck erreicht: die Franzosen konnten erst am Abend nach
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