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2 (1857)
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springen, und mit dem Bajoneto von der Chaussee aus dem Feinde in den Kücken zustürzen, während er durch einen Angriff in die Flanke vondcmWallcaus diese Unter-nehmung begünstigen wollte. Diese freiwillige Aufopferung hatte den besten Erfolg.Aufgemuntert durch das Beispiel der Ofßcierc, trotzten unsere braven Krieger jederGefahr; sie hatten schnell alle Hindernisse überwältiget und den Feind im Rückenund in der Flanke angefallen. Es kam zum Handgemenge; man kämpfte Mann gegenMann, und Bajoneto und Gewehrkolben thaten das Ihrige. Die in dem Thurmeober dem Tliore zweckmässig aufgestellten Schützen vermehrten das Gemetzel;bald war der Kampfplatz mit Todten besäet. Nach einigen Minuten wich der Feindder Tapferkeit unserer Krieger und streckte das Gewehr. Die Gefangenen, in derAnzahl von mehreren Hunderten, wurden auf Befehl des Majors von Steyrer indie Festung abgeführt, und die verloren gegangenen Geschütze wieder zurück-erobert. Die Beute, welche die Mannschaft von Erzherzog Karl-Infanterie bei dieserGelegenheit machte, fiel sehr beträchtlich aus. Als die feindliche Unterstützung,welche den stürmenden Colonnen auf dem Fusse gefolgt war, den schlechtenAusgang dieser Unternehmung wahrnahm, zog sie sich zurück. Major von Steyrerliess sie aber mit grossem Nachdruck bis in ihre Stellung verfolgen. Die Transpor-tirung der Gefangenen in die Stadt besorgte Hauptmann Graf Leiningen (s. d.)vom Regimente Froon, welcher voll Muth und Eifer mit seiner Division von eineranderen Bastion dem Major von S t eyr er zu Hülfe eilte, seine Kräfte in dem wich-tigsten Augenblicke verstärkte und zur Vereitlung der Absichten des Feindes wesent-lich beitrug. Ausser dem Hauptmann Graf Le inin g en und einiger Mannschaftvon Kaiser-Infanterie, war kein höherer Officier Zeuge dieser der ganzen UlmerGarnison bekannten That gewesen; erst nach dem Gefechte, welches sehr kurzeZeit gedauert hatte, erschien General-Major Ilennecjuin, der sowohl bezüglicheiner "Verstärkung als wegen frischer Munition das Nöthige veranlasste. Durch dieglänzende Waffenthat dieses tapferen Officiers wurde nicht nur die (in den Gässenzerstreute und zur Vertheidigung noch nicht gehörig geordnete) Garnison von Ulmeiner grossen Gefahr entrissen, sondern der Feind würde auch — wenn er mitstürmender Hand in die Stadt gedrungen wäre und die Capitulation an diesemTage erzwungen hätte — mehr als acht Tage zu Gunsten seiner Operationengewonnen haben.

Major Steyrer, welcher schon im Februar 1806 zum Oberst-Lieutenantbefördert wurde, erhielt für diese heldenmüthige Handlung das Ritterkreuz, undim September 1808 als Oberst das Commando des nach dem Wiener Friedenreducirten 46. Infanterie Regiments, mit welchem er den Feldzug 1809 bei dem4. Armee-Corps mitmachto, sich bei Aspern liervorthat, auf dem Schlachtfeldezum General-Major ernannt wurde und bei Znaim mit Auszeichnung focht.

Im Jänner 1810 trat St eyr er in den Ruhestand ; er beschloss sein Lebenzu Kirchberg am Wagram den 19. Juni 1819.