Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
774
Einzelbild herunterladen
 

Slick in die ihm angewiesene Aufstellung auf dem rechten Flügel unserer Armeezurück. Unmittelbar vor der Front dieses Flügels lag das Dorf Heffingon,welches die beiden Regimenter Ricsse und Reuss-Plauen besetzt hielten. DerFeind richtete alle seine Kräfte auf diesen wuchtigen Punct, und nachdem er sichnach längerem Widerstande der vorliegenden Gebüsche bemeistert hatte, brachteer die beiden Regimenter zum Weichen. Dies hatte der tapfere Rittmeister kaumbemerkt, als er mit seiner Division, unterstützt von der Oberst 1. Schwadron undeiner Division Hohenlohe-Dragoner, sich auf den Feind -warf, ein links vom Orteauf den Anhöhen gelegenes, von diesem besetztes Gebüsch umging und den Feindnicht nur zwang diese das Thal beherrschenden Höhen, sondern auch eine aufdenselben placirte Batterie zu verlassen; die Infanterie, durch dieses Beispiel ange-feuert, bemächtigte sich wieder der kurz vorher verlornen Stellung. Da aber dasbis an die Donau sich erstreckende Höflingen und jene vorliegenden Anhöhen denSchlüssel zu der Position von Ulm bildeten, so ruhten die Franzosen nicht undsuchten um jeden Preis Meister derselben zu werden. Mit erneuerter Kraft erfolgtein zweiter Angriff; die Gebüsche und die Anhöhen gehen aufs Neue verloren.Rittmeister Slick ist aber auch jetzt wieder mit seiner muthigen Reiterschaarbei der Hand; seine Attaque, allerdings von beträchtlichem Verlust begleitet,nöthigt den Feind zur wiederholten Räumung der gewonnenen Stellung, und dieverfolgten Bataillone von Riessc- und Reuss-Infanterie gewinnen durch SiicksIleldenmuth Zeit sich zu sammeln und besetzen zum zweiten Male die Heckenund das Dorf. Noch einmal, zum dritten Male, dringen die Feinde in Ileffin-gen und in die bis an die Donau reichenden Gebüsche ein; da fasst Sück denEntschluss das Dorf zu tourniren, die dahin zur Unterstützung eilende feind-liche Reiterei anzugreifen und die vorgedrungene Abtlieilung abzuschneiden.Mutliig und glücklich wird auch diese letzte Attaque ausgeführt, der Feind zumWeichen gebracht und die verlorenen Vortheile bleibend gewonnen. Sück eiltjetzt den Fliehenden nach und zwingt sie mit Zurücklassung vieler Gefangenerund einiger Kanonen zum gänzlichen Rückzüge. Wohl waren diese Gefechtehartnäckig, wohl zählte Sücks Division allein über 50 Todte und Verwundete,aber auch der Erfolg war gross, da er das Schicksal des Tages entschied, undlohnend für Sück, dem das Ritterkreuz im Capitel einstimmig zuerkanntwurde.

Einige Tage nach dieser glänzenden Tliat (am 15. desselben Monats), hatteSück bei derVorrückung des Fel dmarschall-Lieutenants Wer neck auf Albek mitseiner braven Division eine feindliche Halbbrigade aufgcricbcn.

Den Feldzug 1809 machte Sück als Major mit, er zog durch seine vortreff-liche Haltung in den Tagen bei Ebelsberg, Neumarkt und Aspern die Auf-merksamkeit des Erzherzogs Generalissimus auf sich, der ihn am 1. Juni 1809 zumOberst-Lieutenant hei Erzherzog Johann-Dragoner ernannte.