Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
772
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Corps des Erzherzogs Ferdinand hei Eschenau unerwartet angriff, die Arricre-g-arde durch die Übermacht des Feindes geworfen und verfolgt wurde, so dass dasHauptquartier keine Zeit gewinnen konnte sich zu retten, formirte Civalartsein im Marsche befindliches Regiment schnell zum Angriffe, und attaquirte den dieArrieregarde verfolgenden Feind, welcher mit derselben zugleich in Eschenaueingedrungen war, viermal mit seltener Unerschrockenheit und Entschlossenheit.Hiedurch verschaffte er nicht nur den geworfenen Abtheilungen die Gelegenheitsich wieder zu ralliiren, sondern auch der rückwärts im Füttern begriffenen Caval-lerie Zeit zum Aufzäumen und Sammeln, um seinen Angriff unterstützen zu können.Wenn der Erfolg hei so oft wiederholten und durch die übrige Cavallerie unter-stützten Angriffen dennoch misslang, so war dies nur der grossen Überlegenheitdes Feindes zuzuschreiben, welcher das Corps mit 9 Regimentern Cavallerie nichtnur in der Fronte, sondern auch in beiden Flanken drängte, indess der ErzherzogFerdinand ihm kaum mehr als 12 Schwadronen entgegenstellen konnte. Die mehr-fältig wiederholten Anstrengungen, welche bis in die späteste Nacht dauerten, ver-mochten zwar nicht zu verhindern, dass das Corps endlich geworfen wurde; trotz-dem gelang es nur Civalarts Thätigkeit und Ausdauer, der mit dem Reste derbraven Chevauxlegers den Nachtrab führte, den Erzherzog mit der Handvoll Tapfernvor der nahen Gefahr einer Gefangenschaft zu bewahren, obgleich Civalart, vonden feindlichen Reiterschaaren lebhaft verfolgt, durch mehrere auf den Helmerhaltene Hiebe betäirbt vom Pferde stürzte. Endlich war die flüchtende Abtheilungso w x eit in Sicherheit, dass sie den Marsch nach Eger ohne besondere Hindernissefortsetzen konnte, welchen der tapfere Oberst mit seinem Regimente und einerschwachen Schwadron Latour-Dragoner als Arrieregarde deckte.

Diese erwiesenen aussergewöhnlichen Verdienste vermochten Civalart dochnicht, um das wohlverdiente Ritterkreuz einzuschreiten. Seine Bescheidenheit,für die in dieser gefahrvollen Lage an Tag gelegten Beweise von Muth, Standhaf-tigkeit und Beharrlichkeit eine Belohnung nicht anzusuchen, der Öffentlichkeit dieThaten die er wirkte nicht aufzudecken, und zufrieden mit dem Bewusstsein getlianzu haben was er gekonnt, veranlassten indessen das Officier-Corps des Regiments,aus so mancher Gefahr von ihm allein gerettete Zeugen der Ansichten und Hand-lungen Civalarts, an seiner Statt das geltend zu machen w T as er geleistet.

Das Officier-Corps würde sich eines Verbrechens schuldig fühlen, wenn esnicht das Wort für seinen hochverdienten Commandanten führen würde, so hiess esin dem vorgelegten Gesuche.Seine Auszeichnung, seine Belohnung ist Auszeich-nung und Belohnung für das ganze Regiment, in ihm und mit ihm allein wirdes geehrt, und um dieses zu erreichen, ist das Officier-Corps in die Nothwendigkeitgesetzt, den vorgeschriebenen Weg zu verlassen und in einem das einmüthigeHandeln bekundenden Zeugniss seine Bitte vorzulegen. Bei wahren Verdienstenwird auch die Form der Geltendmachung derselben nachsichtig beurtheilt; dies