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Lieutenant Baron Kienmayer hatte sich mit seinem Corps vom Lech hinter den Inn zurück-gezogen und hei Braunau mit der russischen Avantgarde vereinigt.
Der Krieg in Süd-Deutschland war beendigt.
1'n Nord-Deutsehland begannen indessen neue Streitkräl'te sieh gegen die Franzosen zuerheben. Anfangs October hatte General-Lieutenant Tolstoy mit 15,000 Küssen in Pommern ge-landet und rückte gegen Mecklenburg vor. Ein schwedisches Corps hatte sieh ebenfalls in Pommerngesammelt. Ein englisch - deutsches Corps sollte an der Weser landen. Die Preussen beschwertensich über die Verletzung ihrer Neutralität durch Bernadotte und stellten ihr ganzes Heer schlag-fertig auf.
Tirol war von den Corps Ney, Augereau und Wrede auf mehreren Seiten ange-griffen worden. Ungeachtet der kräftigen Verteidigung und der an den Pässen Strub, Schar-nitz u. s. w. den Feinden zugefügten Niederlagen, eroberten diese dennoch Anfangs Novembereinige solche G ebirgspforten und drangen in das Herz des'Landes. Der Erzherzog Johannnahm am 6. November Stellung auf dem Brenner, um den Rückzug des Erzherzogs Karl vonder Etsch, des Generals Hill er von Botzen zu decken.
Schon Anfangs October war aus Italien ein starkes Corps zu der Armee in Deutschlandabgerufen worden. Dadurch geschwächt, konnte der Erzherzog Karl nicht die Offensive ergrei-fen. Massena schritt am 28. October zum Angriff, und wurde von dem Erzherzoge bei Cal-diero in der dreitägigen Sehlacht vom 29. bis 31. October besiegt. Der Erzherzog hatte diesesiegreiche Schlacht für die Ehre der kaiserlichen Waffen, und um den nöthig gewordenen Rück-zug zu maskiren, geschlagen, den er auch am 1. November antrat und über die Piave, denTagliamento und Isonzo, dann über Laibach nach Cilly fortsetzte. Am 7. November drangen diein Tirol verbreiteten Feinde gegen den Brenner vor. Damals hatte der Erzherzog Karl bereitsden Tagliamento erreicht. Massena folgte ihm aus Italien nach, und Marino nt rückte durchSteiermark vor. Nun räumte also auch der Erzherzog Johann den Brenner und zog sich überKlagenfurt an die Drau, wo er sich bei Windisch-Feistritz am 2G. November mit dem Erz-herzoge Karl vereinigte, und beide durch Ungarn mit 80,000 Mann in den ersten Tagen desDecembers Wien nahten.
Durch die Katastrophe von Ulm stand die ganze westliche Grenze des Kaiserstaates demAnfalle der Franzosen offen. Dem am Inn unter Kutusow sich sammelnden verbündeten Heeregebrach es, da das Geschütz und die Reiterei der vorausgeeilten Infanterie nicht hatten folgenkönnen, an manchen nothwendigen Kriegsmaterialien; es bildete höchstens eine Streitmacht von50,000 Mann, worunter 20,000 Österreicher, gegen welche Napoleon mit seiner Gesammtkraftin Bewegung war. — In Böhmen, wohin sich Erzherzog Ferdinand durchgeschlagen hatte,bildete sich ein kleines Corps, das erst gegen Ende dieses Feldzuges auf 13,000 Mann anwuchs.Zur Verstärkung der Russen in Deutschland war Buxhövden mit einem Heere von 30,000 Mannim Anzuge. Ihm folgte an der Spitze der Garden, 10,000 Mann stark, Grossfürst Constantin,und mit einem zweiten gleich starken Corps General Essen. Ein 30,000 Mann starkes russi-sches Heer unter Benningsen sammelte sich an der Grenze Österreichs. — Ungeachtet dieserbeträchtlichen Streitkräfte der Verbündeten war Österreichs Lage dennoch, nach der. Aufreibungseiner Armee in Schwaben, kritisch. Jene waren von der Grenze Russlands bis an die Etschzerstreut; um sie sammeln zu können, musste ein grosser Theil der Monarchie dem Feinde über-lassen werden, und selbst diese Sammlung hing von der Laune des Kriegsglücks ab, da Na-poleon mit ungetheilter überlegener Kraft seinen Sieg verfolgte und die zerstreuten Heeres-theile einzeln aufzureiben drohte. — Napoleon’s Herr in Deutschland bestand aus den Armee-
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