am Abend dieses Tages einen feindlichen Angriff glücklich zurück. Indessen, von jeder Verbin-dung, jeder Zufuhr und jeder Hülfe abgeschnitten, liess ihn Napoleon durch Ney zur Über-gabe auffordern. Mack verweigerte sie; aber die ihm untergeordneten Generale, acht an derZahl, erklärten in der eingetretenen Lage einen freien Abzug jeder nutzlosen Verjheidigungvorzuziehen. Mack setzte nun die Antwort an Ney selbst auf; unter den Bedingungen derÜbergabe Ulms war freier Abzug seiner Besatzung die wichtigste, und diese von den Feld-marschall-Lieutenants Rieseh, Gyulay und Loudon unterschrieben. Noch in der Nacht wurdeGeneral Fürst Moritz Liechtenstein mit dieser Antwort und Mack’s ausdrücklichem Auf-träge, sich in keine anderen Bedingungen einzulassen, an Ney entsendet, der aber mit derErklärung nicht zufrieden war. Am 16. liess Napoleon den Platz beschiessen, dann denGeneral Fürsten Liechtenstein zu sich ersuchen. Diesem erklärte er, dass er fünf Tage Ulmblos observiren vrnrde, ohne Ankunft eines österreichischen oder alliirten Corps binnen diesenfünf Tagen würde die Besatzung kriegsgfangen, die Mannschaft nach Frankreich abgeführt.Napoleon sagte dem Fürsten weiter, er sei seinerSache so gewiss, dass er auch vierzehn Tagegeben würde, -wäre es nicht notliwendig, seinen Truppen bessere Quartiere zu verschaffen, undversicherte, keine anderen Bedingungen gestatten zu können. Feldmarschall-Lieutenant Mackerwiederte: Ulm wäre ein sehr fester Blatz, den er nicht anders als gegen freien Abzug derganzen Garnison übergeben könne; worauf Napoleon durch Berthier ihm noch am Abendum 9 Uhr zu den früheren Anträgen die Bemerkung mittheilen liess, dass die Besatzung nachÖsterreich marschiren solle unter der Bedingung des Erweisens, dass an diesem Tage die Bussenden Inn überschritten haben, oder es würden durch fünf bis sechs Tage 3 oder 4 französischeDivisionen in der Umgebung Ulms stehen bleiben, wenn Mack dieses dem ersteren Anträgevorziehe. Nach manchen fruchtlosen Versuchen bessere Bedingungen zu gewinnen, ging Mackin die unvermeidlichen ein und verlangte eine Frist von 8 Tagen, vom 17. October an gerechnet,welche ihm Napoleon bewilligte, worauf am 18. früh 7 Uhr die Capitulation unterfertigt undausgewechselt wurde. Am 19. erschien Mack bei Napoleon. Diesem lag sehr daran, ihn zurRäumung des Platzes vor der vertragsmässig festgesetzten Zeitfrist zu bewegen. Er stellte Mackdie Unmöglichkeit vor, bis 25. Unterstützung von einer Seite zu erhalten, da Werneck capi-tulirt habe, Erzherzog Ferdinand über Aalen verfolgt sei und die österreichisch-russischeArmee noch am rechten Inn-Ufer stehe. Berthier bekräftigte auf Napoleon’s Befehl dieseThatsachen mit seinem Ehrenworte und der unglückliche General willigte unter der einzigen Be-dingung, dass ein Blockade-Corps bis 25. in einem Umkreise von zehn Lieues um Ulm stehenbleibe, in den sogleichen Ausmarsch der österreichischen Truppen. Dieser Schritt Mack’s istder in seinem Benehmen am wenigsten zu rechtfertigende, da er den von Napoleon auf dieseschlaue Weise erlangten, sehnlichst gewünschten Vortheil der Disponibilität seiner Hauptmacht,die dadurch fünf Tage früher gegen den Inn vorrücken konnte, Kutusow gegenüber gar nichtwürdigte und ohne Beiziehung seiner Generale — wie es bisher geschehen — in wahrer Über-eilung sich darüber entschied.
Am 20. Nachmittags räumten die kaiserlichen Truppen Ulm.
Von dem Corps des Feldmarschall-Lieutenants Jellachich in Vorarlberg brach die Ca-vallerie noch rechtzeitig auf und entkam durch Schwaben und die Oberpfalz nach Böhmen; seineInfanterie, 4000 Mann stark, capitulirte am 14. November bei Feldkirch und erhielt freienAbzug.
General Prinz Rohan schlug sich mit einer Brigade von Füssen durch Tirol gegenVenedig durch, wurde jedoch bei Castelfranco überwältigt und gefangen. Der Feldmarschall.