Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
Seite
1211
Einzelbild herunterladen
 

Krokonsäure.

1211

er anfangs darin vermuthete, hernach aber nicht darinfand. Diefs macht auf 100 Th. wasserfreier Säure: 48,86Kohlenstoff und 51,14 Sauerstoff. Ihre Sättigungscapaci-tät ist J- von ihrem Säurestoffgehalt oder 12,785. IhreZusammensetzung kann demnach durch C 5 0 4 ausgedriicktwerden, und ihr Atom wiegt 782,185. Es ist bemer-kenswerlh, dafs die Auflösung der obigen grauen Sub-stanz nicht weniger als drei Säuren vom Kohlenstoff inVerbindung mit dem Alkali enthält, nämlich C 5 0 4 ,C = 0 5 und CO 2 . Die Zusammensetzung der Krokonsäureläfst auch noch mehrere unbekannte, saure Verbindungs-stufen zwischen diesen beiden Elementen vermuthen.

Die Salze der Krokonsäure zeichnen sich durch einerothgelbe oder citronengelbe Farbe aus. Mehrere davonsind unauflöslich, und im Glühen werden sie alle zer-stört. Salpetersäure, Chlor und Schwefelwasserstoff schei-nen bei ihrer Einwirkung auf dieselben neue Verbindun-gen mit den Bestandtheilen der Säure hervorzubringen,welche vielleicht eigene Säuren sind, und worüber nocheinige Worte weiter unten. Das Kalisalz ist das ein-zige, bis jetzt näher untersuchte. Es krystallisirt in roth-gelben, durchsichtigen, feinen Nadeln, die theils 4 seitigsind, mit Winkeln von 106° und 74°, theils 6 seitigdurch Abstumpfung der schärferen Kanten, mit 2 Winkelnvon 106° und 4 von 127°. Es ist vollkommen neutralund schmeckt dem Salpeter nicht unähnlich. Bei gelin-der Wärme verwittert es und verliert sein Krystall wasser,welches 2 Atome beträgt, wobei es undurchsichtig undblafs citronengelb wird. Wird es noch etwas stärker, abernicht zum Glühen erhitzt, so entsteht ein lebhaftes Ver-glimmen, welches sich in einem Augenblick durch dieganze Masse des Salzes fortpflanzt. Das Salz ist dannschwarz geworden und besteht nun aus einem Gemengevon Kohle und kohlensaurem Kali. Diese Erscheinungfindet auch statt, wenn das Salz in einem Destillations-gefäfse erhitzt wird, und sie ist also nicht die Folgeeiner Verbrennung, sondern einer inneren Umsetzung derBestandteile des Salzes, wobei sich zugleich 0,146 vomIII. 77