1184 Naphthalin.
Krystallen bildet. Auch in flüchtigen und fetten Oelenist es leicht auflöslich. Wenn man, nach Chamberlain,Naphthalin bis zur Sättigung in warmem Terpenthinölauflöst, und diese Auflösung während des Erkaltens beob-achtet, so sieht man Krystallnadeln sich bilden, welche,wenn sie durch die innere, bei aller Krystallisation ent-stehende Bewegung der Flüssigkeit sich nähern, sich hef-tig abzustofsen scheinen, bis sie sich zuletzt zu einemsechsstrabligen Stern vereinigen, dessen Zwischenräumesich zu einer sechsseitigen Tafel ausfüllen; und aus dieserKrystallisation entstehen endlich lange prismatische Kry-stalle mit pyramidaler Zuspitzung.
Das Naphthalin vereinigt sich mit Säuren. Das Ver-halten der Schwefelsäure zu demselben soll sogleich wei-Ler unten -besonders beschrieben werden. Salpetersäurelöst dasselbe auf und zersetzt es in der Warme; beimErkalten schiefsen, aus der Auflösung in der Säure, gelbe,sternförmig gruppirte Krystalle an, die ziemlich leichtschmelzbar sind und beim Erkahen eine krystallinischeMasse bilden. In offner Luft erhitzt, entzünden sie sieltund verbrennen mit klarer Flamme und starkem Hauch,und hinterlassen viel Kohle. Von Salzsäure wird dasNaphthalin im Kochen unbedeutend aufgelöst; sie färbtsich dadurch rollt mit einem Stich in’s Purpurfarbne. VonOxalsäure und Essigsäure wird es leicht mit einer klarenrollten Farbe aufgelöst. Die in der Wärme gesättigteAuflösung in Essigsäure erstarrt beim Erkalten zu einerkrystailinischen Masse.
Seine elementare Zusammensetzung ist noch nicht un-tersucht. Dieser Körper soll, nach Kidd, auch erhal-ten werden, wenn Theer von der trocknen Destillationthierischer Körper destillirt wird, und aus der Aehnlich-keit, welche sein Geruch mit dem in die Zimmer vonaulsen durch undichte Ofenröhren eindringenden Dunsthat, ist es ziemlich wahrscheinlich, dafs er sich auch un-ter den Destillationsproducten vom Holz finden möchte.Vielleicht ist er analog oder identisch mit dem pag. 976.u. 1125. angeführten krystallisirten Körper, den de Saus-