Holzsäure.
1165
Menge auf der Oberfläche der Flüssigkeit ab, welchesbeständig abgeschäumt werden mufs. Nach dem Einko-chen bis zu einem gewissen Grad, läfst man die brauneAuflösung von essigsaurem Natron an einem kühlen Ortekrystallisiren. Die Mutterlauge wird von den Krystallengetrennt und zur Krystallisntion weiter eingedampft. Zu-letzt bleibt eine schwarzbraune Flüssigkeit übrig, die keineKrystalle giebt, und die, aufser essigsaurem Natron, ßrand-extrakt und eine Verbindung von Brandharz mit Natronenthält. Diese Flüssigkeit kann nur zur Gewinnung desNatrons benutzt werden, indem man sie nämlich eintrock-net und calcinirt.
Das krystallisirte Salz wird noch einmal aufgelöstund umkrystallisirt, und darauf bei gelinder Wärme in guß-eisernen Kesseln in seinem Krystallwasser geschmolzen;die Masse wird umgerührt, bis sie völlig trocken ist, unddann die Hitze so verstärkt, daß das Salz durch anlän-gende Verkohlung grau zu werden anfängt. Das Umrüh-ren und die Hitze werden nun mit großer Sorgfalt ver-mehrt. Hierdurch wird nun bezweckt, das Salz, welcheseine gewisse Temperatur verträgt, ohne sich zu zersetzen,bis nahe zu diesem Wärmegrad zu erhitzen, wodurch dasin dem Salze noch vorhandene brenzliche Oel durch ge-meinschaftliche Einwirkung der Luft und *der Wärme ver-kohlt wird. Hierbei wird aber auch etwas Essigsäure zer-stört; wenn aber die Operation mit Vorsicht geleitet wird,so geschieht dieß nur in unbedeutendem Grade.
Das kohlige Salz wird nun aufgelöst und nmkrystal-lisirt, und aus dem so erhaltenen, vom Krystallwasser be-freiten essigsauren Natron wird die Essigsäure durch Zer-setzung vermittelst Schwefelsäure, theils mit, theils ohneDestillation, gewonnen.
Ohne Destillation erhält man die Säure, wenn dasgut abgetropfte und getrocknete, aber nicht fatiscirte essig-saure Natron mit genau abgewogenen 35 Proc. Schwefel-säure von 1,85 nach und nach in kleinen Antheilen undmit der Vorsicht übergossen wird, daß sich die Massenicht erhitzt. Das Salz schmilzt und verwandelt sich in
74 *