sich in der ersten Hälfte der Destillation. In der zweitenhat die Verwandtschaft des Kohlenstoffs zum Sauerstoffso überhand genommen, dafs fast nur binäre Verbindun-gen entstellen. Enthalten dabei die Pflanzensloffe flüch-tige Körper, so mengen sicli diese, ohne vorhergegangeneZersetzung, den Zersetzungsproducten bei, wie z. ß. Ben-zoesäure und Bernsteinsäure unter den Destillationspro-ducten dieser Harze.
Enthält der Pflanzenstoff zugleich Stickstoff, so ver-einigt sich dieser mit dem Wasserstoff zu Ammoniak, wennnicht der Pflanzenstoff eine gröfsere Menge von einem Al-kali enthält oder damit gemengt worden ist, in welchemFalle der meiste Stickstoff sich mit Kohlenstoff zu Cyanverbindet. Das gebildete Ammoniak geht mit der Flüs-sigkeit über, aber das Cyan bleibt bei dem Alkali in derRetorte. Substanzen, die sehr wenig Stickstoff enthalten,und Pflanzentheile, in denen eine gewisse Menge Pflanzen-leim oder Eiweifs enthalten ist, geben dabei ein mit Säureübersättigtes essigsaures Ammoniak; aber Pflanzeneiweifs,Pflanzenleim, Caffein und einige andere stickstoffreichereStoffe geben eine alkalische Flüssigkeit und ganz dieselbenProducte, wie die Thierstoffe, und auch ihre brenzlichenOele sind von denen verschieden, die erhalten werden,wenn die Flüssigkeit sauer ist.
Ich werde nun hier diese Producte im Allgemeinenabhandeln, und dann diejenigen einzelnen davon beschrei-ben, welche entweder eine specielle wissenschaftliche Merk-würdigkeit haben oder von einer nützlichen Anwendungsind.
1. Brenzliches Oel. Dieses ist zu Anfänge derDestillation farblos und dünnflüssig, wird aber sjiäterhingelb und endlich braun, ja sogar schwarz, und in dem-selben Maal'se immer dickflüssiger, so dafs das, was zuletztübergeht, nach dem Erkalten der Retorte, im hintern Theiledes Halses meist in starrer Form gefunden wird. Wenndas pechartige Oel Gelegenheit findet, sich mit dem zuerst;übergegangenen zu mischen, so wird es von diesem aufge-löst, und man erhält ein braunes Oel, welches einige Con-