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Kolilcnstickstol’fsäure.
16,714 und Sauerstoff 47,205, was, in Atome verwandelt,15 At. Kohlenstoff, 6 At. Stickstoff und 15 At. Sauerstoffausmacht. Liebig fand die Sättigungscapacität dieserSäure 3,26 oder -Q von ihrem Sauerstoffgehalt. — Dieälteren Chemiker nahmen, in Folge der explodirendenEigenschaft der Salze von dieser Säure, an, dafs sie eigent-lich eine Verbindung von Salpetersäure mit einem eige-nen organischen Stoff enthalte. Liebig, welcher fand,dafs keine von den Reactionen, die durch freie Salpeter-säure entstehen, mit dieser Säure hervorgebracht werdenkönnen*), schliefst daraus, dafs Salpetersäure kein Be-standteil davon sei. Unmöglich wäre es indessen nicht,dafs von ihren Bestandteilen 2 At. Stickstoff und 5 At.Sauerstoff Salpetersäure bildeten, mit welcher ein, ansden übrigen Atomen zusammengesetzter Körper verbundenwäre, gleich wie es in den schon angeführten Beispielenmit der Unterschwefelsäure der Fall ist, und wovon wirspäter noch andere Beispiele in Braconnot’s Acide nitro-leucique und nitrosaccharique kennen lernen werden.
Die Kohlenstickstoffsäure giebt eigene, meistens gelbe,krystallisirende und glänzende Salze. Schnell erhitzt, explo-diren sie in einem Augenblick, zumal die mit einer alkali-schen Erde zur Base, mit einer Heftigkeit, die der vomknallsauren Silberoxyd nahe kommt. Die mit Silberoxydoder den Quecksilberoxyden brennen, wie Pulver, mit ei-nem zischenden Feuer und weniger heftig, als die eben ge-nannten, ab. Das Kalisalz krystallisirt in langen, schma-len, gelben, vierseitigen, halbdurchsichtigen, glänzendenPrismen an. Zur Auflösung bedarf es bei -f- 16°, 260Th. Wassers, dagegen aber viel weniger kochendheifsen,bei dessen Erkalten es sich in Gestalt einer gelben, ausso feinen Nadeln verwebten Masse absetzt, dafs sie nurschwierig das Wasser abgiebt. Wenn das Salz aus einer
*) Dafs sie z. B. die Farbe von Indigblau, selbst des verdümitestennicht zerstört, und dafs sie, mit chlorsaurem Kali verbrannt,'we-der salpeuichte Säure noch Stickstotfoxydgas giebt.