Kolilcnstickstoffsänre.
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stellt, wird, wodurch man noch mehr Säure erhält. Bis-weilen geschieht es, dal’s sich beim Erkalten der Salpeter-säure nichts absetzt, und dafs man die Kohlenstickstoff-säure nur durch Verdünnen mit Wasser erhält. Die er-haltene krystallisirte Säure ist noch nicht hinlänglich rein;man sättigt daher ihre Auflösung in kochendem Wassermit kohlensaurem Kali und läfst das Kalisalz anschiefsen,wovon beim Abdampfen der Mutterlauge noch mehr er-halten wird, und das man einigemal umkrystallisiren mufs.Nachdem man auf diese Art völlig reines kohlenstickstoff-saures Kali erhalten hat, wird es in wenigem kochendenWasser aufgelöst und mit Schwefelsäure, Salpetersäureoder Salzsäure in geringem Ueberschufs versetzt, woraufdie Kohlenstickstoffsäure nach dem Erkalten anschiefst;man wäscht sie nachher mit ein.wenig kaltem Wasser ab.
4 Th. Indigo geben 1 Tlieil Kohlenstickstoffsäure. Diereine Säure schiefst in gleichseitigen triangulären Blätternvon gelber Farbe und vielem Glanz an. Sie rötliet Lack-muspapier und schmeckt äußerst bitter, weshalb sie langeIndigbitter genannt wurde. In der Wärme schmilztsie und läfst sich unverändert sublimiren. Wird sie inoffener Luft schnell erhitzt, so entzündet sie sich mitFlamme ohne Explosion und hinterläfst Kohle. In kaltemWasser ist sie schwer auflöslich, bedeutend leichter inkochendheißem, und die Auflösung hat eine tiefere Farbeals die krystallisirte Säure. In Alkohol und Aether ist sieleicht aul'löslich. Chlor und Jod verändern sie nicht, selbstwenn sie im Gase von diesen geschmolzen wird. Vonwarmer concentrirter Schwefelsäure wird sie aufgelöst,und durch Wasser daraus wieder unverändert gefällt.Salpetersäure, Salzsäure und Königswasser wirken nichtdarauf. Die krystallisirte Säure enthält kein W asser. Siesoll giftig sein.
Die Zusammensetzung dieser Säure ist von Liebiguntersucht worden; er fand, dafs sie beim Verbrennenkein Wasser giebt, und dafs das hierbei gebildete Gas aus
5 Vol. Kohlensäuregas und 1 Vol. Stickgas besieht. In10ü Th. besteht sie aus: Kohlenstoff 3G,0Si, Stickstoff