Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
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Opium.

Viele unangenehmen Geruch und einen sehr bitteren Ge-schmack. In Wasser gelegt, erweicht es durch und durchund läfst sich zu einem Brei zerrühren. Von Branntweinwird es besser und vollständiger, als von Alkohol oderWasser allein, aufgelöst. Wird es mit Wasser destillirt,so geht eine, stark nach Opium riechende, Flüssigkeitüber, aber kein flüchtiges Oel.

Das Opium ist von Bucholz und von Braconnotanalysirt worden, aber diese beiden Analysen sind älter,als die Entdeckung von Morphin und Narcotin als Salz-basen, und können daher keinen großen Anspruch aufRichtigkeit machen. Die Analyse von Bucholz giebtnoch am besten eine Vorstellung von der Zusammensetzungdes Opimus, die sich indessen durch eine neue, und nachdem gegenwärtigen Standpunkt der Wissenschaft ansge-führte Analyse bedeutend verändert zeigen wird. Bucholzfand: Harz 9,0, Gummi 30,4, Extraktivstoff 35,6, Caut-schuck 4,8, Pflanzenleim 11,4, holzige Theile (Epidennisvon den Köpfen, die beim Abschaben mit ging) 2,0,Wasser und Verlust 6,8. John, der nach Entdeckungdes Morphins das Opium analysirte, giebt an: übelrie-chendes, ranziges Fett 2, braunes hartes Harz 12, brau-nes, weiches Harz 10, elastische Substanz 2,0, Morphin 12balsamisches Extrakt 1, extraktartigen Stoff 25, mekon-saure Kalk- und Talkcrde 2,5, Epidermis von den Kö-pfen 18,5, Wasser, Riechstoff und Salze 15.

Das Opium wird von den Mahomedanern, derenReligion ihnen den Gebrauch des Weins verbietet, alsberauschendes Mittel gebraucht. Es ist eines der schätz-barsten Mittel in der Heilkunde; es macht Schlaf, ver-mindert die Pieitzbarkeii und ist schmerzstillend. Es wirdin sehr verschiedener Form angewendet: in Substanz, sowie es ist, als Auflösung in verdünntem Spiritus, in Wein,als Extrakt, bereitet durch Abdampfung der wäßrigenAuflösung des rohen Opiums und Abdampfung derselbenbis zur Extraktdicke im Wasserbade u. s. w. Beim Mor-phin erwähnte ich, daß viele Umstände für die Meinungzu sprechen scheinen, daß diese Wirkungen des Opiums