Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
Seite
628
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628 Euphorbium.

von schwachem unangenehmen Geruch und einem widri-gen terpenthinartigen Geschmack. Beim Kauen zergeht esund klebt an den Zähnen. Sein spec. Gewicht ist 1,371.Beim Erhitzen erweicht es, und angeziindet verbrennt esmit einem balsamischen Geruch. Von kaustischem Alkaliwird es vollständig aufgelöst. Bei der Destillation giebtes unter andern Ammoniak. Es besteht, nach Pelletier,aus 59,2 Harz, 9,2 Gummi, 30,6 Pflanzenschleim, 1,2 flüch-tigem Oel (und Verlust). — Das flüchtige Oel ist schwe-rer als Wasser. Das Harz ist durchsichtig, wird aberdurch Kochen mit Wasser weifs und undurchsichtig. Esschmilzt zwischen -j-55° und 60°. Das Gummi ist gelb-grau, giebt mit Salpetersäure Oxalsäure, ohne Zeichen vonSchleimsäure. Eben so der Pflanzenschleim, der mitWasser schleimig, von Alkohol coagulirt, und von Salpeter-säure zu einer dünnen Flüssigkeit aufgelöst wird.

Das Bdellium wurde sonst in der Heilkunde angewen-det, jetzt wird es aber nur wenig mehr gebraucht.

Euphorbium wird von Euphorbia officinalis, an-tiquorum und canariensis, im Inneren von Afrika, erhal-ten. Es kommt in gröfseren, weniger runden Stücken zuuns, oft mit Löchern durchsetzt, von den Stacheln derPflanze, um die es erstarrte, und ist äufserlich schmutzig-gelb oder röthlich und inwendig weifs. Es ist trocken,leicht zu pulvern, nicht selten mit fremden, eingemengtenStoffen verunreinigt, hat keinen Geruch und schmeckt an-fangs nicht, nachher aber scharf, so dafs dadurch Zungeund Gaumen entzündet werden. Man mufs den Mundmit Oel ausspiihlen, um den Geschmack ganz los zu wer-den. Diese Substanz ist so scharf, dafs wenn man beimPulvern derselben nicht die gröfste Vorsicht beobachtet,Nase, Augen und oft das ganze Gesicht durch den Staubinflammirt werden. Es ist von Laudet, Braconnot,Pelletier und Brandes analysirt worden. Dieselbenfanden darin: