442 "Wasser mit mehreren Gasen.
vollen Quantität einsaugen; und waren ungleiche Volu-mina der Gasarten mit einander gemengt, so werden dieeingesogenen Mengen derselben ihrem relativen Volumenproportional sein.
Kommt das Wasser mit mehr als zwei Gasarten inBerührung, so treten dieselben Gesetze ein; nur wird dieBerechnung der relativen Verhältnisse der Gasmengen,welche von jedem Gase aufgenommen werden, verwik-kelter.
Alle Quellwasser, mit Ausnahme derjenigen, welcheSchwefelwasserstoff, oder Eisen enthalten, alle fließendeWasser, Meerwasser, Regen- und destillirte Wasser ent-halten eine gewisse Menge atmosphärischer Luft, welchenach Saussure 5 bis Procent vom Volumen desWassers ausmacht, und in welchem verhältnifsmäfsig mehrSauerstoff-, als Stickstoffgas, im Vergleich gegen die ge-wöhnliche atmosphärische Luft, enthalten ist, weil dasSauerstoffgas im Wasser leichter löslich, als das Stickstoff-gas, ist. Nach Gay-Lussac und Humboldt enthältdie atmosphärische Luft, welche durch das Kochen ausdem Wasser getrieben wird, von 31 bis 32,8 ProcentSauerstoffgas, so dafs das Wasser 3,4 Procente seines Vo-lumens Sauerstoffgas und 1,6 Procent Stickstoffgas enthält.Stillstehende Wasser hingegen und solche, die man län-gere Zeit in Holzgefäl'sen aufbewahrt, enthalten keinenSauerstoff, weil derselbe, in dem Verhältnisse, wie ihndas Wasser einsaugt, von den darin faulenden Stoffenimmer wieder verzehrt wird. Dagegen hat solches Was-ser seinen vollen Gehalt an Stickstoffgas, und wenn manes mit atmosphärischer Luft umscliüttelt, so nimmt es ausdieser blofs das Sauerstoffgas auf, welches vollkommenabsorbirt und gebunden wird, wenn man das Schüttelnlange genug fortsetzt.
Gedruckt bei A. W. Schade in Berlin.