Einsaugen der Gase in Flüssigkeiten. 437
nen Grund haben möchte. Wasser, worin Kochsalz auf-gelöst ist, hat einen grofsen Theil seines Vermögens, Gas-arten einzusaugen, verloren, und diefs ist, wie wir wei-ter unten sehen werden, verschieden, je nachdem ver-schiedenartige Salze im Wasser aufgelöst sind. Sehr we-nige Ausnahmen abgerechnet, ist es der Fall, dafs jeleichtlöslicher ein Salz ist, und jemehr sich also davon inein gegebenes Volumen Wasser eindrängen kann, dasVermögen des Wassers, Gas einzusaugen, desto mehr ver-mindert wird, so dafs dieses Einsaugungs-Vermögen indemselben Verhältnisse abnimmt, als das specifische Ge-wicht der Lösung zunimmt.
Zähe und breiartige Flüssigkeiten saugen nicht weni-ger Gas, als dünnflüssige, ein; allein die Einsaugung gehtdeshalb langsam von statten, weil sich das Gas langsa-mer durch die ganze Masse gleichförmig verbreitet. ImAllgemeinen hat ein Liquidum desto gröfsere Capacitätfür Gase, je geringer sein specifisches Gewicht ist, daheres den Anschein gewinnt, als beruhte das Einsaugungs-Vermögen einzig und allein auf der Porosität der Flüssig-keit, die bei leichteren weit gröfser sein mufs, als beischwereren Flüssigkeiten. Da das Einsaugungs-Vermögender Flüssigkeiten vermindert wird, wenn feste Körper inihnen aufgelöst sind; so scheint es, als ob diese festenKörper die Poren ausfüllten, in welche sich sonst dieGasarten eindrängen würden. Daraus könnte man wie-der den Schlufs ziehen, dafs das Einsaugen der Gase unddie Auflösung fester Körper, ihrem inneren Verlaufe nach,eine und dieselbe Naturerscheinung sei, und dafs derUnterschied nur darin liege, dafs die Einen feste Gestaltaus der Auflösung anzunehmen, die Anderen aber inGasgestalt aus ihr zu entweichen streben.
Was das relative Einsaugungs-Vermögen der ver-schiedenen Flüssigkeiten anbelangt, so fand Saussure,dafs die Kohlensäure von folgenden Flüssigkeiten in denbeigefügten Verhältnissen absorbirt wird: