372 Verwandlung des Wassergases in Dampf.
sich verhält zu dem Wärmestoff, welcher erfordert wird,um die Temperatur des Wassergases um dieselbe AnzahlGrade zu erhöhen, wie 1,0000:0,8407.
Wird das Wassergas unter -j-100° abgekühlt, so ver-dichtet es sich wieder zu flüssigem Wasser. Geschiehtdiese Abkühlung in der Luft, so geht das Gas in denMittelzustand über, in welchem wir es Dampf oder Dunstnennen (S. 48.) und bildet eine mit den Wolken gleich-artige Zusammenhäufung von Wasser in seiner feinstenmechanischen Vertheilung. Das gefällte Wasser nimmtaber dabei nicht die Gestalt von Tropfen, sondern vonkleinen unendlich feinen Bläschen an. Man kann sich da-von leicht überzeugen, wenn man mit einem Mikroskopvon li bis 2 Zoll Brennweite die Wasserdämpfe betrach-tet, welche sich über einer etwas erhitzten dunklen Flüs-sigkeit, z. B. Kaffee oder Tinte, bilden; man sieht hierdiese kleinen Bläschen sich nach mehreren Richtungen be-wegen, nämlich nach den Luftströmen, welche durch dieErwärmung der Oberfläche der Flüssigkeit entstehen. Das-selbe kann man in den Wolken auf hohen Bergen, oderan einem neblichten Tage beobachten, wenn man miteinem ähnlichen Mikroskope nach einem dunklen Körper,z. B. dem Boden einer schwarzen Schnupftabacksdose, hinsieht. Hier und da sieht man zugleich einen wirklichenkleinen Tropfen durch den Brennpunkt des Vergröfse-rungsglases gehen, wodurch man in den Stand gesetztwird, jene Bläschen damit zu vergleichen. Sie sind vonverschiedener Gröfse; nach Saussure’s Messungen be-trägt der Durchmesser der kleinsten Zoll, bei den
gröbsten aber —Zoll. — Wenn diese Bläschen an ein-ander stofsen, so zerspringen sie und bilden einen kleinenTropfen. — Geschieht die Abkühlung des Wassergases aufeiner kalten Flüssigkeit oder auf einem festen Körper, soentsteht kein Dampf, sondern das Wasser setzt sich dar-auf gleich in völlig flüssiger Gestalt ab.
Was ich hier von der Verdichtung des Wassergasesund von der Bildung der Wasserdämpfe gesagt habe, gilLauch für alle andere, durch Kochen verflüchtigte Flüssig-