320 Eigcnsch. des Kiesels.
Bor so ähnlich ist, dafs man sie wohl schwerlich demAeufsern nach von einander unterscheiden kann. Indefsist es doch etwas dunkler an Farbe und brauner. Er istein Nichtleiter der Elektricität; ob er durch Reiben elek-trisch werden kann, konnte nicht ausgemittelt werden.Er färbt stark ab, so dafs er sich im trocknen Zustandean Finger und alles, was er berührt, stark anhängt. Erkann nicht geschmolzen werden und hat mit der Kohleund dem Bor die Eigenschaft gemein, bei einer höherenTemperatur zusammenzuschrumpfen, dichter, schwerer undan Farbe dunkler zu werden. Er verändert seine Eigen-schaften in bedeutenderem Grade als Kohle und Bor, sodafs ich den Kiesel, vor und nach Einwirkung einer hö-heren Temperatur, besonders beschreiben mufs. Kieselvor dem Erhitzen ist an der Luft ziemlich leicht ent-zündlich und brennt mit grofser Lebhaftigkeit. Dabei ver-brennt jedoch nicht mehr als ungefähr i-, das Uebrigewird von der neugebildeten Kieselerde geschützt. Der,auf diese Art verbrannte Kiesel hat wenig seine Farbeverändert, er ist nur etwas heller geworden. In Sauer-stoffgas brennt er mit noch gröfserer Lebhaftigkeit; aberauch dann bleiben bis zu vom Kiesel unverbrannt.Bei der Verbrennung in SauerstofFgas wird, selbst wennder Kiesel zuvor im luftleeren Raume bis nahe zum Glü-hen erhitzt worden war, und also kein Wasser mehr ent-halten kann, eine Portion Wasser gebildet, und es wirdauf dem verbrennenden Kiesel eine schwache, blaue Flammesichtbar. Es geht hieraus hervor, dafs er etwas Wasser-stoff enthält, welcher sich, wenn das Kieselkalium vomWasser zersetzt wird, mit dem Kiesel statt des Kaliumsverbindet. Weder von Schwefelsäure, noch Salpetersäure,und auch nicht von einem Gemenge von Salpetersäure mitSalzsäure, wird er, selbst nicht, wenn diese damit ge-kocht werden, aufgelöst oder oxydirt. Dagegen wird ermit Entwickelung von Wasserstoffgas, und selbst in derKälte, von liquider Flufssäure und von einer concentrirtenAuflösung von kaustischem Kali mit Hülfe der Wärmeaufgelöst. Kiesel nach dem Erhitzen, z. B. solcher,
wel-