Fluorbor.
3*6
erzeugt*. Dieses Gas wird am leichtesten auf die Weisedargestellt, dafs man mitten in einem Stücke einer Baro-meterröhre eine kleine Kugel ausbläst, in welche der Borgelegt wird. Durch diese Röhre leitet man trocknes Chlor-gas, und wenn alle atmosphärische Luft ausgetrieben ist,so erhitzt man den Bor gelinde. Er entzündet sich, undman fängt nun das Gas, welches über den brennendenBor gestrichen ist, in dem Quecksilberapparate auf. Esenthält gewöhnlich Chlor im Ueberschusse, welches durchSchütteln mit Quecksilber weggeschafft wird. Dieses Gaswird von Wasser absorbirt, wenn aber das Gefäfs einenkleinen Durchmesser hat, so geschieht diefs nicht in einemAugenblicke, weil das Gas vom Wasser zersetzt, undSalzsäure und Borsäure gebildet wird, welche letztere sichauf der Oberfläche der Flüssigkeit absetzt und das übrigeGas an der freien Berührung des Wassers hindert. Esist auch in Alkohol auflöslich, welcher davon einen äther-artigen Geruch annimmt. Von Ammoniakgas wird es zueinem salzartigen flüchtigen Körper condensirt, der voneiner Stelle des Gefäfses zur andern sublimirt werdenkann. 1 Yolum Chlorbor condensirt 1 £ Volum Ammo-niakgas. Der dicke Dampf, welchen dieses Gas an derLuft erzeugt, entsteht durch die Zersetzung des Gasesdurch die Feuchtigkeit der Luft, indem Salzsäure undBorsäure entstehen, welche beide in diesem Falle ihreGasform verlieren, so dafs ihre kleinsten Theilchen in derLuft schwimmen und sie nebelig und undurchsichtig ma-chen. Da der Chlorbor das Wasser gerade in Salzsäureund Borsäure zerlegt, so mufs er aus 9,257 Th. Bor und90,743 Th. Chlor bestehen.
Fluorbor. (Fluorborsäure).
Wird ein wasserfreies flufssaures Salz (ein Fluorme-tall) mit geschmolzener Borsäure vermischt und das Ge-menge erhitzt, so entwickelt sich eine beständige Gasart,welches fluorborsaures Gas genannt wird. Ist Fluor,wie es wahrscheinlich zu sein scheint, ein Salzbilder, sooxydirt sich in diesem Falle das Metall auf Kosten der