lösung neutraler Eisenoxydsalze eine grüne Verbindungfällt. Schon Berthollet hatte dieses Verhalten einermit Chlor behandelten Blausäure wahrgenommen und diesedeshalb oxydirte Blausäure genannt. Gay-Lussac,welcher hierauf das Chlorcyan näher untersuchte, nenntes, wegen seiner Eigenschaft Lackmuspapier zu röthen,Chlor ocy ansäure.
Mit Jod verbindet sich Cyan, nach Wühlers Ver-suchen, wenn Cyanquecksilber, oder besser Cyansilber,mit Jod vermengt und gelinde erhitzt wird. Es bildetsich Jodmetall, und Jodcyan sublimirt sich als zarte, auskleinen, weifsen Nädelchen bestehende, Wolle. Es hateinen eigenen, scharfen Geschmack und einen eigenen,die Augen zum Thränen reitzenden Geruch. Es ist inWasser auflöslich, und reagirt nicht auf Stärkemehl. VonKali wird es in Cyankalium und jodsaures Kali zersetzt.Mit Quecksilber bildet seine Auflösung Jodquecksilber un-ter Entwickelung von Cyan. Mit Schwefel - Wasserstoff-gas giebt es Hydriodsäure und Hydrocyansäure (Blau-säure) unter Abscheidung von Schwefel. Nach Serullasbesteht das Jodcyan aus 82,8 Jod und 17,2 Cyan, wel-ches gleichen Raumtheilen Jod und Cyan in Gasgestaltentspricht.
bj Kohlenstoff - Stickstoff mit gröfserenMengen Kohlenstoffs. Wenn Cyan von Alkali zer-setzt wird, oder wenn Blausäure sich von selbst zersetzt,so wird eine dunkelbraune, oder in Masse schwarze Ma-terie abgeschieden, welche aus Kohlenstoff und Stickstoffin unbekannten Verhältnissen besteht. Ihre Eigenschaftensind ebenfalls noch wenig untersucht, man weifs nur da-von, dafs sie in kaustischem Alkali mit brauner Farbeauflöslich ist und daraus wieder durch Säuren gefälltwerden kann. Sie verbrennt' ohne Rückstand. DurchGlühen mit kohlensaurem Alkali giebt sie Cyan und Kohle.Wird getrocknetes Blut, Muskelfaser, Eiweifs u. dgl. inDestillationsgefäfsen verkohlt, so bleibt eine stickstoffhal-tige Kohle zurück, welche als ein Kohlenstoff-Stickstoffim Maximum von Kohlenstoffgehalt betrachtet werden