162 Rotation durch thcrmoelektr. Polarität.
gelöstes, kaustisches Ammoniak fallen ungefähr mitten indie Reihe.
Die thermoelektrische Polarität bringt, ähnlich der hy-droelektrischen, die rotirende Bewegung hervor. Cum-ming hat gezeigt, dafs ein Rectangel, dessen eine Hälfteaus Platindrath, die andere aus Silberdrath besteht, wel-che an den entgegengesetzten Ecken zusammengelöthetsind, und welcher, auf einem Pivot über dem Pol einesMagnets hängend, mittelst einer Lampe an der unterenzugelötheten Ecke erhitzt wird, anfängt um die Axe desMagnets zu rotiren, und damit so lange fortfährt, als dieLampe da ist. Macht man ein Kreuz von zwei solchenRectangeln, welche gerade in dem Punkte aufgehängtwerden, in dem sie sich schneiden, so geht die Rotationnoch besser vor sich*). Marsh hing zwei solche Kreuzevon Rectangeln mit ihren Stacheln auf die aufwärts ge-kehrten Pole eines Hufeisenmagnets auf, und stellte danneine brennende Spirituslampe zwischen beide Schenkel.Die Kreuze fingen hierauf an zu rotiren und fuhren da-mit so lange fort, als die Lampe brannte. Die Ungleich-heit in der Erwärmung wird hier dadurch bewirkt, dafsdie eine Löthung in einer unteren Ecke des Rectangelsist und bei der Rotation dem Feuer am nächsten kommt,da dagegen die andere in einer oberen Ecke ist und derFlamme weniger nahe kommt.
Gleich wie in den hydroelektrischen Paaren eine weitgröfsere Quantität Elektricität mit einer viel geringerenIntensität, als bei den Erscheinungen der Frictions-Elektri-cität, wirkt, eben so scheint bei den thermoelektrischenErscheinungen eine noch gröfsere Menge Elektricität, abermit einer noch geringeren Intensität, als bei den hydro-elektrischen , zu wirken, und wahrscheinlich ist diese ge-ringe Intensität die Ursache, dafs man auf thermoelektri-
*) Um diese Rectangeln aufhängen zu können , macht man in dieMitte der nach unten gewendeten Seite eine Ausbiegung im
Drathe, ungefähr so _| |, in welcher der Pivot
steht, welcher das Rectangel trägt.