Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
123
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Versuch über die Zerlegung des Wassers. 123

res Gefäfs mit Wasser eintaucht, in dieses letztere einenDrath C hineinbringt, und in das Wasser der Glasröhreebenfalls einen Drath steckt, so wird der positive DrathSauerstoff, der negative aber Wasserstoff entwickeln, un-geachtet beide Wasserportionen durch die Blase von ein-ander getrennt sind; diese Trennung ist indessen blofsscheinbar, weil das Wasser die Blase erweicht, ihre Zwi-schenräume ausfüllt und daher in beiden Gefäfsen ein zu-sammenhängendes Ganze ausmacht.

Die Wanderung der Bestandteile nach ihren ver-schiedenen Polen ist nicht mehr schwer zu begreifen, seit-dem man darüber im Reinen ist, dafs dazu ein ununter-brochener Zusammenhang der Flüssigkeit unumgänglich er-fordert wird. Es sei AB (Fig. 9. Taf. IV.) der -j- Dratheiner Säule, und BG der —Drath; der Abstand zwi-schen beiden sei mit Wasser angefüllt, welches wir unsals aus Atomen Sauer- und Wasserstoff zusammengesetztdenken, und die wir mit Kugeln bezeichnen; die obereReihe der Kugeln gehöre dem Wasserstoff, die unteredem Sauerstoff an. Wenn die Säule noch nicht wirksamist, stehen die Kugeln wie in Fig. 9.; fängt sie aber anzu wirken, und der -J- Drath stöfst den Wasserstoff abund zieht den Sauerstoff an, so wie der — Drath diesenabstöfst und den Wasserstoff an sich zieht; so mufs danndie R.eihe der Wasserstoffkügelchen sich nach dem — Dra-the, die Reihe der Sauerstoffkügelchen aber sich nachdem -j- Drathe hin bewegen, und die blofse Ansicht derFigur 10. ist hinreichend, zu zeigen, dafs kein Wasser-oder Sauerstoff eher, als an dem entsprechenden Drathefrei werden kann, und dafs das zwischen beiden DräLhenbefindliche Wasser stets unzerlegtes Wasser bleiben mufs.Es liegt am Tage, dafs die Erklärung dieselbe bleibenmufs, wenn man die obere Reihe der Kugeln Metall, Al-kali oder Erde, und die untere Reihe Sauerstoff oderSäure nennen will.

Die Gestalt, welche die dabei frei werdenden Kör-per annehmen, rührt nicht von der Elektricität her, son-dern wird durch ihre chemische Natur bestimmt; gasför-