Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122 Zerl. u. Trenn, d. stärk, chem. Verwandtschaften.

ser gar nicht, sondern nur das Metallsalz zerlegt, undzwar auf die Weise, dafs der Sauerstoff des Metalloxydsnebst der Säure an den -|- Drath geht, das Metall abergeht nach dem .— Drath, wo es metallisch ausgeschiedenwird, und sogar oft krystallisirt.

Aus allem diesen ersieht man daher, dafs bei denEntladungen durch eine Flüssigkeit Sauerstoff und Säurenvom negativen Pole abgestofsen und vom positiven ange-zogen werden. Hierbei werden die Verwandtschaften derKörper überwunden, die stärksten chemischen Banden ge-löst und die Körper in ungebundenen Zustand versetzt.Alle Körper werden nicht mit gleicher Leichtigkeit, undim Allgemeinen um so weniger leicht zerlegt, je mehrsie mit Wasser verdünnt sind. Körper, welche in derRegel durch kleine Säulen keine Zersetzung erleiden, z. B.Kali und Phosphorsäure, werden durch grofse Plattensäu-len leicht zerlegt, wenn man sie mit so wenig Wasserge-halt, als möglich, anwendet, so dafs es vielleicht keinechemische Verwandtschaft giebt, die nicht innerhalb desWirkungskreises einer hinreichend kräftigen elektrischenSäule aufgehoben und überwunden werden könnte.

Da diese Erscheinungen schwerlich statt haben könn-ten, wenn nicht die chemischen Verwandtschaften, dmGanzen genommen, als Wirkungen elektrischer Kräfte zubetrachten wären; so liegt in der vollkommenen Entwik-kelung dieses Gegenstandes der Schlüssel zur Theorie derChemie.

Der Umstand, dafs die Bestandteile des Wassersnach der Zerlegung sich von einander trennen und jedervon ihnen um den entsprechenden Drath sich ansammelt,und zwar selbst dann, wenn die Dräthe weit von einan-der abstehen, oder gar z. B. durch einen vegetabilischenoder animalischen Stoff von einander getrennt sind, waranfangs schwer zu erklären, zumal da keiner dieser gasar-tigen Bestandtheile in einer bemerkbaren Menge in Was-ser löslich ist. Wenn man z. B. eine Glasröhre AD (Fig. 8.Tafel IV.) an dem einen Ende mit einer feuchten Blasezubindet, sie zu •§• mit Wasser anfüllt, dann in ein ande-