116 Physisch-chemische Erscheinungen.
citäten von der umgebenden Luft entladen wird; so be-wirkt diefs auch in der Flüssigkeit noch eine kleine Ver-änderung, und man findet das Zink selbst dann etwasangegriffen, wenn die Säule unentladen stehen bleibt. Esist daher nicht die Entwickelung der Elektricität in derSäule, welche die elektrochemischen Erscheinungen her-vorbringt, sondern diese rühren von der Entladung derElektricität durch die leitende Flüssigkeit her.
2) Die physisch - chemischen Phänomene,welche aus dieser Entladung hervorgehen, verdienennicht weniger Aufmerksamkeit, als die vorhergehenden.Wenn man an dem einen Pole der Säule ein Kork-Elektrometer aufhängt, und den andern Pol isolirt, sostofsen sich die Korkkugeln ab. Die Gröfse dieser Wir-kung hängt von der Anzahl der Plattenpaare, nicht vonihrer Gröfse ab; auch kann man auf diese Weise ver-schiedene von den .gewöhnlichen Erscheinungen der elek-trischen Attraction und Repulsion hervorbringen, wiewohlnur schwach.
Verbindet man beide Pole durch einen Metalidrath,so entsteht, bei einer gewissen Ladungs-Intensität, imAugenblicke der Entladung ein Funken. Man erhält ihnbesser mit spitzigen, als mit runden Ausladern, und seineGröfse steht im Verhältnisse mit der Gröfse der Platten,d. h. er ist von einer geringen Anzahl grofser Plattenpaaresichtbarer, als bei Anwendung kleiner Platten. DieserFunken wird auch erhalten, wenn man die Metalldräthevon beiden Polen in das Wasser leitet und sie hier sichberühren läfst. Die Ursache dieser Erscheinung ist darinzu suchen, dafs in diesem Falle die Intensität der Elek-tricität so unendlich gering ist, dafs das Wasser, unge-achtet es für stärkere Elektricität ein Leiter ist, dennochin einem gewissen Grade Nichtleiter für dieselbe wird.Selbst in der Lichtflamme sieht man diesen Funken noch,und sein intensiver Glanz wird beim Durchfahren durchdie Flamme nicht verdunkelt. Bedient man sich zum Aus-lader eines feinen Eisendraths, z. B. einer Klaviersaite vonNo. 10., so brennt die Spitze des Draths sogleich ab, und