76 Elektrisirmaschinen. Reibezeug.
zeugen, wenn man zwischen der Spitze und dem Con-duktor ein brennendes Licht hält, wo man das Blasender Spitze auf die Flamme deutlich wahrnimmt. DiesesBlasen entsteht dadurch, dafs die Spitze die vor ihr be-findliche Luft fortdauernd elektrisirt, und wenn diesegleiche E mit der Spitze angenommen hat, von letz-terer abgestofsen wird. Auf diesen Umstand gründen sichmehrere elektrische Spielereien, z. B. das elektrische Bad,die Windmühle u. a. m.
Elektrisirmaschinen nennt man diejenigen Vor-richtungen, vermittelst deren man die Elektricitäten durchReiben erregen und sodann in isolirte Leiter sammelnkann.
Der Körper, welcher gerieben wird, ist gewöhnlichvon Glas, entweder eine runde Scheibe, oder eine Kugel,oder am besten eine Walze, die sich auf einem Leder-kissen reibt, auf welches etwas Musivgold, oder einAmalgam (aus 1 Theile Zink, 1 Theile Zinn und 2 Thei-len Quecksilber, welches man [mit ein wenig Fett zueiner Salbe zusammenreibt), gestrichen wird. Nebenbeiwird an das Lederkissen noch ein Stück Wachstuch sobefestigt, dafs es sich beim Reiben um die gläserneWalze herumlegt. Dieses Kissen heifst das Reibezeug,Frottoir.
Der isolirte Leiter besteht gewöhnlich aus Messing,steht auf einem Glasfufse und wird der Conduktor ge-nannt. Je gröfser die Oberfläche des Conduktors im Ver-hältnisse zu seinem Umfange ist, desto bessere Diensteleistet er, und umgekehrt. Daher kann ein langer unddünner Conduktor mehr Elektricität aufnehmen und ansich behalten, als ein kurzer und dicker von gleichemCubikinhalte. Die Elektricität scheint sich nämlich durch-aus nach der Oberfläche zu richten, und ein solider Con-duktor kann daher nicht stärker elektrisirt werden, alsein hohler. Das von der Maschine abgewendete Endedes Conduktors mufs sich in eine ziemlich starke Kugelendigen, das der Maschine zugekehrte Ende aber, welches