830 Beryllium.
34,43 Th. Wasser, dessen Sauerstoff gleich mit dem derThonerde ist. Im Mineralreiche kommen noch andereHydrate vor, welche indefs selten und auch weniger be-stimmt gekannt sind, und in welchen die Erde 2 und3 mal den Sauerstoff des Wassers enthält. Letzteres istder Fall bei einem sehr seltenen fossilen Hydrate, demDiaspore. Die Thonerde ist von allen basischen Oxydendie an Sauerstoff reichste, ihre Affinitäten als Salzbasissind daher schwächer, als viele der eigentlichen Metall-oxyde, und sie hat gerade deshalb die Eigenschaft, welchewir eben kennen gelernt haben, nämlich sich zu Alkalienund alkalischen Erden, d. h. zu den stärkeren Salzbasen,in gewissen Fällen wie Säure, oder mit einem allgemei-neren Ausdruck, wie ein elektronegatives Oxyd, verhaltenzu können.
10. Beryllium. (Glycium.)
Dieses Metall konnte noch nicht in isolirtem Zustandeerhalten werden. Davy hat damit ähnliche Versuche,wie mit der Thonerde, vorgenommen, ohne aber zu be-stimmteren Resultaten gelangt zu sein. Mit Fluorberyl-liumkalium, welches mit Kalium erhitzt wird, erhältman dasselbe Resultat, wie mit dem Thonerdesalz. Stro-meyer hat beim Zusammenschmelzen von Eisen mit Be-ryllerde und Kohlenpulver ein berylliumhaltiges Eisen er-halten, welches bei der Auflösung in Säuren etwas Be-ryllerde gab; die eigentlichen Charaktere vom reinen Be-ryllium sind also noch ganz unbekannt.
Die Beryllerde wurde 1797 von Vauquelin inzwei Edelsteinen, dem Smaragd und Beryll, entdeckt,und ist seitdem noch in einigen wenigen anderen Stein-arten aufgefunden worden. Man erhält sie am bestenaus dem Beryll, von welchem sie auch ihren Namen er-halten hat. Dieses Fossil enthält 1.31. Procent Beryllerde,in Verbindung mit Kieselsäure und Thonerde. Der Beryllwird im Porphyrmörser ganz fein gepulvert und geschlämmt,nachher mit 3 Theilen kohlensaurem Kali im Platintiegel