828
Aluminium.
ziehenden, etwas süßlichen Geschmack. Mit Kohlensäurekann sich die Thonerde nicht verbinden.
Vom ätzenden Kali und Natron wird die Thonerdein Menge, und selbst auch von der Baryt- und Stron-tianerde, aufgelöst; vom ätzenden Ammoniak aber in sehrgeringer Menge. Ueberhaupt hat dieselbe zu den Alka-lien, den alkalischen Erden und zu einigen der stärkerenMetalloxyde eine so ausgezeichnete Verwandtschaft, daßsie sich gegen dieselben wie eine Säure verhält.
Man bedient sich bei chemischen Analysen der ätzen-den Kalilauge, um die Thonerde aufzulösen und von denMetalloxyden und anderen Erdarten abzuscheiden, welchedamit verbunden sein können. Aus den Auflösungen inätzenden Alkalien wird die Thonerde wieder durch Säu-ren und Ammoniaksalze gefällt, deren Säure das feuer-feste Alkali sättiget, während das Ammoniak ausgetrieben,und die Thonerde gefällt wird. Dabei mufs man jedochbeobachten, dafs man die Thonerde, nach ihrer Wieder-auflösung in der zugesetzten Säure, wenn das Resultatgewogen werden soll, durch kohlensaures, nicht aberdurch ätzendes Ammoniak niederschlagen mufs, weil sonstein Ueberschuf3 des Fällungsmittels ein wenig Erde inder Auflösung zurückhält. Mit kohlensauren feuerfestenAlkalien geht sie eine im Wasser unlösliche Verbindungein, die sich in Säuren mit Aufbrausen auflöst und sichglühen läfst, ohne dafs sich die Thonerde näher mit demreinen Alkali verbindet, und ohne dafs die Kohlensäureausgetrieben wird.
Mit Talkerde und Zinkoxyd giebt die Thonerde Ver-bindungen, welche in der Natur Vorkommen, und sehrharte und zum Theil edle Steinarten bilden, welche manSpinell (Rubis-Spinellj und Gahnit nennt. In diesenVerbindungen spielt die Thonerde die Rolle einer Säure,und sie sind in einem solchen Verhältnisse zusammenve-
O
setzt, dafs die Thonerde 6 mal den Sauerstoff der Talk-erde oder des Zinkoxyds enthält. Man nennt diese Artvon Verbindungen Aluminate. Die auf nassem Wegehervorgebrachte Verbindung von Thonerde mit Talkerde,