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Geschichte der Verbrennungstheorie.
mensetzung der atmosphärischen Luft, und zeigte die Ver-schiedenheit des Stickstoffgases, des Sauerstoffgases unddes kohlensauren Gases. Er nannte das erste Acr mephi-licus, das zweite Aer vitalis und das letzte Acidum ae-reum. Im Jahr 1777 gab er in Leipzig in deutscherSprache seine vortreffliche Abhandlung vom Feuer undder Luft heraus, worin seine Versuche sämmtlich beschrie-ben waren. Er wagte darin auch eine Theorie von derVerbrennung aufzustellen. Er hatte durch Versuche ge-zeigt, dafs Phosphor, welcher in Sauerstoffgas verbrennt,dieses Gas vollkommen aufnimmt, so dafs das Gefäfs,worin die Verbrennung geschah, luftleer geworden ist,und, unter Wasser geöffnet, sich damit anfiilite. Da alsodas Gas verschwunden war, so glaubte Scheele, dafs essich mit Phlogiston verbunden hätte und in der Form vonLicht und Wärme entwichen wäre, und er nahm an, dafsdie Erscheinung des Feuers eine Verbindung von Phlo-giston mit Sauerstoffgas wäre, welches mit mehr PhlogistonLicht gäbe, und mit weniger Wärme erzeugte. Aber beiallen diesen Versuchen hatte Scheele den verbranntenKörper zu wiegen vernachlässigt. Wäre das nicht derFall gewesen, so wäre Scheele gewifs der Urheber derOxydationstheorie geworden. In demselben Jahre bewiesLavoisier, dafs die Verbrennung in einem Einsaugen vonSauerstoffgas bestehe, und dafs der Körper naclt der Ver-brennung so viel mehr wiege, als das verzehrte Sauer-stoffgas an Gewicht betrug *). Im folgenden Jahr zeigteer, dafs der Sauerstoff ein Bestandtheil aller Säuren sei,weswegen er ihn Oxygene (d. h. Säureerzeuger) nannte.Danach veränderte er nun die Benennungen: Feuerluft,Lebensluft in Gas Oxygene (Sauerstoffgas). Lavoi-siers weit umfassender Geist gab der Chemie eine ganzneue Wendung. 1789 gab er seinen Traitd dlämentairede Chinde heraus, worin die neue Lehre in ihrem ganzen
* ) BIcrnoirc sur la Combustion en general , par yi. /,. X a-poisier t in den 31cm. de l'ucad. de Sciences de Paris 1777.p. 592. !/. f.