Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
682
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6S2 Geschichte der Verbrennungslheorie.

sehr interessanter Versuche angestellt über die verschie-dene specifische Wärme der Körper, und er glaubte durchdiese Versuche ausgemittelt zu haben, dafs die Verbren-nung in einer -Verbindung des Pblogistons mit der Luftbestehe, wobei die eigenthümliche Wärme der letztemvermindert werden sollte. Sie mulste dann eine gröfsereoder geringere Menge Wärme losmachen, je nachdemder brennende Körper mehr oder weniger Phlogiston mit-zutheilen hatte*). Schon im Jahre 1774 hatte Bayen,ein französischer Chemiker, die Bemerkung gemacht, dafsStahls Lehre nicht auf das Quecksilber angewandt wer-den könne, dessen Kalk ohne Zusatz von Phlogiston re-ducirt werde, und dafs die Verkalkung des Quecksilbersnicht von einem Verlust an Phlogiston, sondern von sei-ner Verbindung mit der Luft herrühre, dessen Gewicht,zu dem des Quecksilbers gelegt, die Gewichtsvermehrungverursache, welche das Metall während der Verkalkungerhielt**). Bayens Versuche lenkten die Aufmerksam-keit Lavoisiers auf diesen Gegenstand, und schon indemselben Jahre stellte dieser seine ersten Versuche an,um die Einsaugung der Luft während der Verkalkung zubeweisen. Er liefs Zinn in einem grofsen und luftdichtverschlossenen gläsernen Kolben schmelzen, dessen Ge-wicht, so wie das des Zinns, er vorher genau bestimmthatte. Nachdem das Zinn nach drei Stunden sich miteiner dicken Haut von Zinnasche überzogen hatte, liefser den Apparat abkühlen und wog ihn. Er hatte ganzdas nämliche Gewicht wie vorher; aber als er geöffnetwurde, drang die Luft hinein und der Kolben wurdedadurch 10 Gran schwerer als vorher. Ungefähr um die-selbe Zeit hatten Priestley in England und Scheelein Schweden das Sauerstoffgas entdeckt. Scheele zeigtein einer Reihe von vortrefflichen Versuchen die Zusam-

znen-

*) A.dair C rawjo r ds Experiments and Obscrvations onanimal heat etc. London 1788 .

**) Ro zi e r s Journal de Physiquc. 1774 . p. 288 . 295 .