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Cyanschwefcl- Wassers lofisäure.
3. Cyanschwefel - Wasserstoffsäure.
Wenn die Scliwefelcyan-Wasserstoffsäure in Berüh-rung mit der Luft gekocht, destillirt oder dem Lichteausgesetzt wird, so setzt sich ein gelbliches Pulver, gefäll-tem Schwefel ähnlich, daraus ab. Dieses Pulver bildetsielt auch nicht selten, wenn Cyanmetalle mit Schwefelin der Hitze behandelt werden, wo es sich dann unterden Destillationsproducten einmengt. Schon Vogel hattebemerkt, dals es nicht blols Schwefel, sondern auch Kohleenthält. Wir verdanken aber Wühler eine nähere Kennt-nifs davon. Wenn man Schwefelcyanquecksilber im Mi-nimum in Schwefelwasserstoffgas oder in chlorwasserstoff-saurem Gas gelinde erhitzt, so wird es zerlegt, man er-hält entweder Schwefelquecksilber oder Chlorquecksilber,und in den kälteren Theilen des Gefäßes setzen sichTropfen einer Flüssigkeit ab. Diese Tropfen sind im er-sten Augenblicke farblos und scheinen wasserfreie Schwe-felcyan-Wasserstoffsäure zu sein. Nach wenigen Augen-blicken werden sie aber gelblich, indem sie zu durchsich-tigen, sternförmig zusammengehäuften kleinen Krystallenerstarren. Diese Krystalle zersetzen sich nach und nachvon selbst, es entbindet sich cyanwasserstoffsaures Gas, undeine pomeranzengelbe, undurchsichtige Masse bleibt zu-rück, welche in Wasser unauflöslich ist und ein nichtkrystallinisches Pulver darstellt. Es ist ganz die nämlicheSubstanz, die sich während des Kochens der Schwefel-cyan-Wasserstoffsäure niederschlägt. In größerer Mengeerhält man es durch Kochen von verdünnter Salpetersäuremit einer Auflösung von Schwefelcyankalium. Wenn die-ses Pulver erhitzt wird, so giebt es erst Schwefel, wirdschwarz, und verglimmt wie Kohle. Wühler sieht esals eine Verbindung von Cyanwasserstoffsäure mit viel-leicht doppelt so viel Schwefel, wie in der Schwefelcyan-Wasserstoffsäure, an, weil es sich durch Ausscheidungeines Theils der Cyanwasserstoffsäure bildet. Dafs dergelbe Körper Wasserstoff enthält und eine wirkliche Was-serstofl'säure ist, scheint daraus zu erhellen, dafs wenn